Nicht nur wegen des Namens zog mich das Videoprogramm Satellite Stories an, sondern vor allem, weil hier die Wurzeln der transmediale, dem ehemaligen Video Filmfest, liegen. Der Slot “Suspension” widmete sich in besonderer Weise dieser Tradition. Den Videokünstlern der 80er- und 90er-Jahre ging es um die Befreiung von den gleichmacherischen Massenmedien, die den Menschen ermüdende Lebens- und Schönheitsentwürfe vorspielen. Die Hoffnung war, dass wenn jeder eine Videokamera besäße, eine Befreiung von diesem Dispositiv erreicht werden könnte. Heute ist dies technisch möglich, doch trotz YouTube kann man nicht gerade von Emanzipation sprechen. In dieser Spannung stehen auch die drei Filme des Panels. Die “historische” Arbeit “Suspension” (1997) von Anthony Discenza bricht Schönheitsideale auf, indem durch hart sichtbares editing Werbe- und Stargesichter ineinander gecuttet und als Konstruktion entlarvt werden. Jesse McLean stellt in “Magic for Beginners” die Frage nach der Realität von Emotionen. Dabei werden Closeups von weinenden Amateur-Schauspielern mit kitschigen Filmszenen aus Heimatfilmen und den lakonischen Fragen der Regisseurin verknüpft: Ist unsere Reaktion auf Filmemotionen mittlerweile intensiver als das wahre Leben? Wieso fühlt man sich in realen Situationen häufig so taub und unberührt – fehlt vielleicht der Filmscore oder die richtige Kamera-Einstellung?
Die Dokumentation “Eight Characters, Two Syllables” des Berliner Videokünstlers Andreas Schneider setzt sich mit dem YOURSELF des YouTube-Slogans “share yourself” auseinander. Dies geschieht anhand von Amateurvideos aus der deutschen MakeUp-Community auf YouTube. Aus 28 Std. Filmmaterial hat er eine mikrokosmische Studie verdichtet, die vier Frauen in ihrer wöchentlichen Selbstdarstellung zeigt. Was zunächst aberwitzig und oberflächlich erscheint, wird ein konfliktreiches und identitätsstiftendes Sozialgefüge, in welchem es um weit mehr geht, als um den Austausch von Schminktipps. “Ungeschminkt” teilen die Geschminkten nicht nur ihre Einkäufe (“Hauls“), sondern ebenso ihr Gefühlsleben und ihre Auseinandersetzungen mit der freiwilligen Öffentlichkeit des Privaten. So wird die Frage der Authentizität des YOURSELF virulent.
*
Die erste Keynote-Lecture des Symposiumprogramms “in/compatible: systems” wurde von Graham Harman, Professor der American University in Kairo, gehalten. Er ist einer der bekanntesten Vertreter des Speculative Realism, einem neuen philosophischen Trend, Metaphysik zu bejahen und auf den Weg zurück zu den Objekten zu kehren. Schon im Titel “Everything is NOT connected” richtet sich Harman gegen holistische und rhizomatische Theorien, nach denen sich jedes Einzelnes nur im Netzwerk mit allen anderen verstehen lässt. Es sei an der Zeit, die These “Everything is connected” als Slogan oder gar Ideologie zu entlarven und den Holismus hinter sich zu lassen. Diesem setzt Harman mit einer eigenen McLuhan- und Heidegger-Lesart das Objekt als Individuum gegenüber. Unsere Wahrnehmung, wie auch unsere Handhabung von Objekten ist limitiert. Jedem Objekt ist ein weitaus größerer Hintergrund immanent, den wir im Funktionszusammenhang überhaupt nicht realisieren. Dieses Surplus an Aspekten ist alles andere als connected, es ist gerade das abgetrennte von unserer alltäglichen Wahrnehmung, wobei dieser mannigfaltigen Gesamtheit die eigentliche Realität zukommt. Im Gespräch nach der Vorlesung sagt Harman, dass es die Aufgabe des Philosophen sei, zu überraschen. Und in der Tat: Es überrascht mich wirklich, das hier in gewisser Weise zu den Dingen an sich zurückgekehrt wird, um die These des Titels zu halten. Ist nicht das Nachdenken über bisher ungesehene Aspekte eines Objekts das Anbinden an das Netzwerk und nur aufgrund dessen möglich? Aber vielleicht ist mir ein zentraler Kniff dieser neuen Spekulation entgangen, da Harman in einer Schnelligkeit vorgetragen hat, die fast einer Verweigerungsgeste gleichkam. Further reading is required.
*
Am Abend wurden im Auditorium gleich zwei Glitch-Performances gezeigt. Zunächst die Arbeit “The Glitch Moment(um)” von Rosa Menkmann, der bekannten niederländischen Glitch-Künstlerin und -Theoretikerin. In ihrer praktischen wie theoretischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen Glitch fragt sie, was es bedeutet, wenn eigentlich fehlerhafte Artefakte technischer Abläufe einen festen Programmplatz, Ausstellungsort und Institutionalisierung erfahren. Die zweite Performance, “idiomotric chatroom”, war eine Zusammenarbeit der Sound- und Videokünstler Billy Roisz (Österreich), Mario de Vega (Mexiko) und dieb13 (Österreich). Der Titel der Performance ist an den ideomotorischen Effekt angelehnt, der das Phänomen bezeichnet, automatisch Bewegungen auszuführen, die man sieht oder an die man denkt. Damit koppeln sich die Künstler an Filter, Mixer, Plattenspieler, Sequencer, Boxen und Projektoren zu einer riesigen Maschine zusammen, über die sie notgedrungen die Kontrolle verlieren. Die Maschine knarzt und dröhnt, schwirrt und flackert. So wird eine geballte Ladung auditiver wie visueller Störeffekte erzeugt. Da mir aber im Grunde die Worte fehlen, um Glitch zu beschreiben, bleibt mir nur zu sagen, dass ich absolut begeistert war.
*
Das Berghain stand in dieser Nacht im Zeichen des Dreiecks. Die Tri-Angle-Label-Night zeigte einige der großen Namen des Witch House-Phänomens, die nicht gleich wieder in der paradimensionalen Versenkung verschwunden sind. Zugegeben stand ich dem Hype des Genres eher skeptisch gegenüber, auch wenn ich das grundsätzliche Prinzip der Verschmelzung disparater Pop-Traditionen, wie HipHop, Wave, Indiepop, Electro und Dubstep in drastischer LoFi-Qualität begrüße. Meine Vorbehalte wurden auch gleich bestärkt: Da ich oOooOO verpasst hatte, musste ich mich mit Balam Acab auseinandersetzen, die eindrucksvoll bewiesen, dass Zitation & LoFi-Atmosphäre nicht automatisch spannende Musik hervorbringen. Auch wurde gezeigt, dass man sich bei Spectral mit dem Gespenstisch-Unheimlichen auf dem schmalen Grat zwischen einer vielversprechenden Theorie einerseits und einer esoterischen Projektionsfläche des Übernatürlichen andererseits bewegt. Letztere ist das Spielfeld für Balam Acab, die sich in eskapistischen Chillwave-Gejammer ergingen, sodass einem schauderte. Dank der nachfolgenden Sets von Holy Other & Kuedo wurde jedoch auch das Potenzial von Witch House deutlich. Der erste, mit schwarzem Tuch über dem Kopf, begleitet von s/w-Visuals von Rauchschwaden und Bettlaken, kreierte vom ersten Ton an eine düstere Atmosphäre dichter Klänge, durch die tiefe Bässe rollten und sich Snares ihren Weg an die Oberfläche schnitten. Kuedo blieb in der finsteren Sphäre des Vorgängers, versetzte sie jedoch mit harten HipHop-Beats und markanten Raps und riss den dunklen Vorhang noch etwas weiter auf. Witch House in dieser Weise ist ein avanciertes Spiel mit Samples und Genres, die rituell angerufen und amalgamiert werden. Auf dem schmalen Grat wandeln bedeutet also eine intelligente und aufregende Auseinandersetzung mit dem stetig verkürzten Verfallsdatum, der stetig wachsenden Frequenz von sterbenden und doch digital konservierten Trends.
Den Tag mit Wiedergängern begonnen: In den Bethanien in Kreuzberg sind im Rahmen der CTM derzeit zwei Ausstellungen, die sich mit dem Gespenst als Konzept der Medientheorie auseinandersetzen und damit das Erbe der Hauntologie von Derrida antreten. Im Project Space SPECTRAL stellen 8 Künstler(kollektive) ihre Installationen aus und arbeiten im weitesten Sinne mit dem Unheimlichen der Aufzeichnung. In Ghost Off the Shelf dagegen liegt der Fokus auf ausgedienten Video-Medien. Es werden die Magnetbandgespenster von Videokünstlern herbeigerufen, dabei steht die Materialität des Mediums – von der schlierigen, ausgewaschenen Farbe bis zum magnetischen Rauschen – im Vordergrund. Es gibt sehr viele, teils sehr lange Videos und es lohnt sich wohl mehr als die 1,5 Std., die wir Zeit hatten, für die Ausstellungen einzuplanen.
Im Project Space hat mich vor allem die Installation von AUDiNT umgehauen. Mit einer Taschenlampe musste man sich im stockfinsteren “Dead Record Office” zurecht finden, in dem man zu dem bestialischen Wummern einer Bassröhre, auf Vinyls spazierend eine Unmenge von Karteikarten zu ihrer Forschung über auditive Kriegsführung bestaunen konnte. Diese Daten dienen “the opening of the 3rd ear, a dimension that materializes when sound, ultrasound, and infrasound are simultaneously deployed in a precise schema of sequencing, duration, and amplification” (1).
Aber auch von der Platte mit Historischen Aufnahmen von Felix Kubin, auf der Soundgespenster der letzten 100 Jahre versammelt sind, war ich begeistert. Unter anderem findet sich eine Acetatplatten-Aufnahme von Peter Niederle, der 1943 die ersten Erfolge seiner Sprachmaschine vorstellt (Niederlesche Maschine). Das Gespenstische spürbar macht Anke Eckardt mit ihrer Installation Between | You | And | Me. Eine doppelte Lichtwand mit Trockeneisnebel schafft einen eigenartigen, ephemeren Zwischenraum, in dem sich quellende Rauchschwadengestalten bewegen. Die Begleiter, die eben noch menschlich waren, verlieren auf der anderen Seite ihre Realität und verschwimmen selbst zu unberührbaren Geistererscheinungen.
In der kanadischen Botschaft sorgte dann ein Security Check für die notwendige Erdung in der Realität, damit man sich auf die McLuhan-Lecture konzentrieren konnte. Andrew Feenberg, Forscher für Philosophie der Technik an der Simon Fraser University in Vancouver, Canada und ehemaliger Marcuse-Schüler sprach über die “Ten Paradoxes of Technology”. Auch wenn man vielleicht nicht jede These als Paradox betrachten muss, bot er doch interessante Gedanken zu dem Verhältnis technischer Entwicklung und dem Menschen. Für ihn ist es wichtig, eine Technologie nicht bloß als ein losgelöstes Phänomen zu verstehen, dass sich vor dem Hintergrund von Effizienz und Rationalität selbst erklärt und dann vom Menschen, dem Erschaffer, einfach nur genutzt wird. Vielmehr ist die Technikentwicklung in ihrem historischen Kontext zu betrachten, wobei weitaus mehr Faktoren über den Erfolg einer Technik entscheiden. Außerdem prägen vorhandene Techniken die Arbeitsweise des Menschen ebenso, wie seine Wertvorstellungen die Entwicklung von Technologien determinieren. Mensch und Technik, ebenso wie Forscher und Normalverbraucher stehen in einer kontinuierlichen Feedback-Beziehung, weswegen sich eine Technokratie niemals rechtfertigen lässt, so alternativlos deren Akteure die Zukunft auch ausmalen möchten. Zudem muss beachtet werden, dass der Mensch als Teil und Ausbeuter der Natur sich auf kurz oder lang auch auf das Echo einstellen muss. Feenbergs “Utopia of disorder” hofft auf eine demokratische Öffnung des Zirkels der Feedback-Schleife zwischen Technikentwicklung, Natur und Gesellschaft. Das vielleicht schönste Paradox Nr. 7 sei an dieser Stelle zitiert: “Simplification complicates.”
Eine frühere Version der Vorlesung (2010) wurde auf YouTube gepostet:
Im Marshall McLuhan-Salon der kanadischen Botschaft wurde im Anschluss an die Vorlesung auch die Ausstellung des kanadischen Künstlers Jeremy Bailey eröffnet. Mit selbstprogrammierter Motion-Capture-Software und in Form seines Alter Ego “The new famous media artist” versucht er den Umgang mit Software ins Spielerisch-Künstlerische zu erweitern. Die menschliche Form transzendierend liefert er Vorschläge für zukünftige Problembewältigung von Krisen und verhält sich damit aber zugleich parodistisch zum Hype der Netzkultur, die Lösung für alles zu sein. Hier z.B. das Video “Transhuman Dance Ritual”
(Nebenbei: Anders als sein aufgeblasener digitaler Doppelgänger ist Jeremy (unten links) selbst unglaublich sympathisch. Super cool auch das in Deutschland gebannte Video Nam June Paik for NJP Art Center)
Das Lautsprecherkonzert von Éliane Radigues “PSI 847″ war mein Einstieg in das Festivalprogramm und ein gelungener dazu. 82 Minuten lauschten wir im HAU1 den Klängen der Originaltapes des 1972/73 entstandenen Stücks, welches von Lionel Marchetti performed wurde. Dieses Pionierwerk der Tape Music wurde in einem dunklen Theatersaal aufgeführt: die einzige Lichtquelle war ein spotlight auf die Bühne, das mit der Musik anschwoll. Das Spektrum der reichhaltigen Sounds verlief über repetetive, glockenähnliche Klänge, die sich in ein Fiepen steigerten und dann in Klaviertöne umschlug, die aber nachwievor diskret wiederholt wurden. Dann wuchs über ein mechanisches Klappern ein dumpfer, dauerhafter Basston, gepaart mit drastischem Fiepen, das Diskrete löste sich auf und unheimliche Violinklänge breiteten sich aus. Das Stück hat sich viel Zeit genommen und es war dennoch oder deswegen unglaublich spannend, ihm zu folgen.
Beseelt von dieser elektroakkustischen Wunderstunde, bemerkte ich auf meinem Weg zum Berghain die Kälte der Berliner Nacht gar nicht so sehr. Den Auftritt von Kyoka habe ich leider verpasst, aber ich kam gerade rechtzeitig um die konvulsivischen Bassläufe von Mark Fell zu bestaunen. Er programmiert Algorithmen, durch die Basstöne prozessiert werden und sich verselbstständigen, sodass dem Musiker selbst die Performance entgleitet. Auch wenn im Katalog der CTM.12 steht, dass Fell “has a definite emphasis on trying to disappoint the audience, and, as he says, is “after after a complete lack of energy in both my performances or how the audience responds.”" (CTM.12 Spectral Katalog, S. 28) – fand ich es doch ausgesprochen interessant. Viel mehr auf seinen DJ-Gestus bedacht war dann Kangding Ray (Raster Noton), dessen Sounds sphärischer, technoider aber auch geordneter waren. Typische Elemente der 90er-Jahre-Club Music, wie Claps, Faithless-Synthies und anschwellende Sphären werden bei ihm in die zweite Dekade des 21. Jahrhunderts gerettet, funktionieren als entlegene Referenten einer vergangenen Zeit innerhalb eines neuen, vielschichtigen und aufregenden Soundkosmos.
Mein Einstieg in das Festival war also musiklastig, von der Transmediale selbst habe ich nur die Warteschlange am Online-Pass-Counter mitbekommen und den absolut abgefahrenen Festivalkatalog, der bis ins kleinste Detail – von Layout, Schriftart, Farbgebung bis hin zum Druckpapier – an die ätzende 90er-Copy Shop-Ästhetik angelehnt ist. Beispiel: Lageplan des HdKdW, haha! Superbe!
Heute begeht die Transmediale 2012 ihr 25. Jahr und eröffnet ihr Programm im Haus der Kulturen in Berlin. Performances, Talks, Vernissagen und sogar ein Re-Enactment des ersten Programms des einstigen Videokunst-Festivals leiten in die transmediale Woche ein.
Das diesjährige Thema “in/compatible” beschäftigt sich mit Phänomenen, die die rhizomatische Ideologie des “Alles-mit-Allem-Vernetzen” unterlaufen, überbieten oder bloßstellen. Zahlreiche Workshops, Performances, Ausstellungen, Filme & Talks (Graham Harman, Jodi Dean, Jacob Appelbaum, Gabriella Coleman, Andrew Feenberg, u.v.m) versprechen eine differenzierte und inspirierende Auseinandersetzung.
Diesmal bin ich endlich auch vor Ort und hoffe Zeit zu finden, das ein oder andere zu berichten. Das wird nicht leicht: Mein timetable ist überbordend voll, da sich das Parallel-Festival Club Transmediale unter dem Titel “Spectral” den Spuren des Unheimlichen in der elektronischen Musik verschrieben hat. Dabei bleibt man theoretisch dicht an der Hauntologie von Derrida (es sprechen bspw. Mark Fisher und AUDiNT) und musikalisch im experimentellen Dark Ambient-Sektor (Oneohtrix, Tim Hecker, Eleh, etc.), aber auch alte Pioniere, sowie Witch House und Post-Dubstep werden geboten… phew! be there or be square.
Dekonstruktive, postutopische ArtFashion-Meditation – oder so…
Wenn man auf DIS Magazine gelangt, gerät die Kategorisierungsmaschine im Hirn sehr schnell an ihre Grenzen, so unterschiedlich, eigenartig und unvereinbar wirken die Einträge zunächst. Die Knotenpunkte Discover-Distaste-Dystopia-Dysmorphia-Disco, um die sich herum das Webzine spinnt, sind auch erstmal keine große Hilfe. Den Machern Lauren Boyle, Solomon Chase, S. Adrian Massey III, Marco Roso, Patrik Sandberg, Nicholas Scholl und David Toro, allesamt in der Kunst-, Mode- und Medienwelt beheimatet, geht es genau darum: Die Verschmelzung von Fashion, Kunst, Hype und Internet auseinanderzugliedern, wieder zusammenzudenken und mitzuentwerfen. Und so kreuzen sich auf dem in alle Richtung wachsenden Spielfeld des Magazins ironische LifeStyle-Utopien wie der Khakiism mit Diskussionen über das Verhältnis von Kunst und Protest in England, die Bewertung der Frühjahrskollektion 2012 mit Breakcore-Mixtapes (DEV/NULL!) und eine kapitalismuskritische Analyse des Wortes “Maßgeschneidert” mit dem Entwurf der Diskea-Modelinie, die Ikea-Nippes zu preisgünstigen fashion accessoires umfunktioniert. Und falls ihr noch nicht für die laufende Saison gewappnet seid, werft einen Blick auf die dekonstruktiven Winter-Trends 2011, wie z.B. der weltmännische Uhren-Halsreif:
Hier geht unglaublich viel zusammen und das bearbeitete Spannungsfeld Kunst-Mode-Medien macht im Resultat ebenso ein kritisches Web-Fashionmagazin als Gesamtkunstwerk. HAVE A LOOK!
Wir touchen und swipen, pinchen und sliden – aber who still presses any key? Tablet computer und smart phones haben sich die Tastatur einverleibt und geben diese nur noch virtuell wieder. Das alte interface des Tastendrucks wird digital simuliert und wir rücken scheinbar dichter an die Maschine heran, denn wir dürfen sie jetzt berühren und es fühlt sich so verdammt intuitiv an. In Microsofts Vision für 2019 hat die Tastatur den zukünftigen multi-touch devices das Feld völlig überlassen. Doch wenn die Alternativlosigkeit eines ubiquitären Alltagsgegenstands zu bröckeln beginnt, öffnet sich für ihn das Spiel der De- und Rekontextualisierung. Die Tasten sind bereits in die Materialliste der Kunst aufgenommen, wie die nachfolgenden Werke in unterschiedlicher Weise belegen.
Street Art: Sidewalk Keyboard in Brüssel. via|Flickr