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		<title>Luminale 2012 &amp; Squarepushers &#8220;Dark Steering&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 10:04:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>L'auteur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[OLED there be light&#8230;
Im Rahmen der Fachmesse &#8220;light+building&#8221; für Licht und Gebäudetechnik wird Frankfurt ab heute Abend von der Luminale erleuchtet werden. Die &#8220;Biennale der Lichtkultur&#8221; findet vom 15. bis 20. April 2012 und damit schon zum zehnten Mal statt. Über die gesamte Stadt verteilt wird es künstlerische Aktionen, Installationen und Skulpturen geben, die sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>OLED there be light&#8230;</strong></p>
<p>Im Rahmen der Fachmesse &#8220;<a href="http://light-building.messefrankfurt.com/frankfurt/de/besucher/willkommen.html">light+building</a>&#8221; für Licht und Gebäudetechnik wird Frankfurt ab heute Abend von der <a href="http://light-building.messefrankfurt.com/frankfurt/de/besucher/events/luminale.html">Luminale</a> erleuchtet werden. Die &#8220;Biennale der Lichtkultur&#8221; findet vom 15. bis 20. April 2012 und damit schon zum zehnten Mal statt. Über die gesamte Stadt verteilt wird es künstlerische Aktionen, Installationen und Skulpturen geben, die sich mit urbanem Raum auseinandersetzen und dabei mit allen Spektren des Lichts arbeiten. Das neunzig Seiten starke <a href="http://light-building.messefrankfurt.com/content/lightbuilding/frankfurt/de/besucher/events/luminale/stadtplan/_jcr_content/mainParsys/downloadbox/downloadboxParsys/download_0/file.res/Luminale_2012_Finder.pdf">Programmheft</a> verspricht ein ebenso breites wie diverses Angebot und vollgepackte Abendstunden. Diesjährige Höhepunkte sind sicherlich die Wiederaufführung von &#8220;Light Shaft&#8221; des amerikanischen Lichtkünstlers <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/James_Turrell">James Turrell</a> im Gallileo-Art-Tower der Commerzbank, die Installation &#8220;Time Drifts&#8221; des Berliner Multimedia-Künstlers <a href="http://www.p-geist.de/start.html">Philipp Geist</a> auf dem künftigen Kulturcampus Bockenheim und der &#8220;Luna Park&#8221; im Palmengarten mit Arbeiten von Jaques Fournier, Luminauten, GNI-Projects, Fraunhofer IPMS, Loop.pH Ltd, Studio DRIFT, Philipp Artus, Nicola Burggraf, Makoto Azuma und Studierenden der HfG Offenbach. Mal sehen, welche Lichtquellen mich Nachtschwärmer diesmal so anlocken werden&#8230; </p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/luminale2012.jpg" /></p>
<p align="center">*</p>
<p>Und weil es hier gerade um Licht geht: Das Video zu <a href="http://warp.net/records/squarepusher">Squarepushers</a> neuer Single dürften wohl auch die Kurratoren der Luminale mit leuchtenden Augen bestaunen, denn &#8220;Dark Steering&#8221; ist nicht nur ein ebenso dreckig wie epischer Electronic-DnB-Kracher, sondern obendrein ein optisches Spektakel. Tom Jenkins, so der bürgerliche Name des Mulitalents, steht samt LED-Helm vor und hinter selbstprogrammierten LED-Tafeln und löst sich in den Lichtflächen zunehmend auf. Die Visuals sind nach eigenen Aussagen angelehnt an eine Bibliothek eines postapokalyptischen Raumschiffs, sodass &#8220;it seems as if the viewer is ever accelerating through massive corridors of books&#8221; (<a href="http://vimeo.com/40161059">1</a>). Das von <a href="http://www.rollojackson.com/">Rollo Jackson</a> gedrehte Video verpflichtet einen förmlich zum Besuch der live shows. </p>
<p align="center"><iframe src="http://player.vimeo.com/video/40161059?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&#038;∓color=ffffff" width="480" height="270" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></a></p>
<p align="center">*</p>
<p>Wer sich nach all dem wunderbaren Blendwerk noch unbequem an die <a href="http://www.wwf.de/earth-hour-2012/">Earth Hour</a> erinnert fühlt, die gerade mal zwei Wochen zurückliegt, dem sei gesagt, dass die Schwerpunkte der &#8220;light+building&#8221; diesmal auf der Digitalisierung von Licht und Gebäude, sowie dem Gebäude als grünem Kraftwerk liegen. Auch die Luminale bietet auf den KLIMAtours Führungen &#8220;zu nachhaltigen Wolkenkratzern, „grünen“ Bürogebäuden, Passivhäusern und klimafreundlichen Energieversorgungs-einrichtungen.&#8221; (Luminale 2012 Programmheft, S.3)</p>
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		<title>Devonwho &#8211; Strangebrew (Video)</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 12:45:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>L'auteur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Glitch-Hop Boogie&#8230;
Strangebrew, so heißt die neue EP des Bay Area-Beatbastlers Devonwho, die am 3. April bei All City erscheinen wird und auch im Video zum Titeltrack gährt es eigenartig vor sich hin. Donovan Delaney unterlegt den verträumten Sunshine-Boogie-Beat mit einem dichten Glitch-Morph-Video, das im ruhigen Tempo und mit pastosem Strich Pixelschicht für Pixelschicht aufträgt. Stadtlandschaften [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Glitch-Hop Boogie&#8230;</strong></p>
<p>Strangebrew, so heißt die neue EP des Bay Area-Beatbastlers <a href="http://devonwho.com/">Devonwho</a>, die am 3. April bei <a href="http://www.all-cityrecords.com/">All City</a> erscheinen wird und auch im Video zum Titeltrack gährt es eigenartig vor sich hin. Donovan Delaney unterlegt den verträumten Sunshine-Boogie-Beat mit einem dichten Glitch-Morph-Video, das im ruhigen Tempo und mit pastosem Strich Pixelschicht für Pixelschicht aufträgt. Stadtlandschaften lösen sich in abstrakte Farbflickenteppiche auf, aus denen sich flüchtige Gesichter herausmorphen, um sich sogleich wieder aufzulösen. Song und Video strotzen vor digitaler Patina und sind doch gleichzeitig so herrlich frisch. It&#8217;s springtime!</p>
<p align="center"><iframe width="480" height="274" src="http://www.youtube.com/embed/Abnmi_x8YjQ?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p align="right">via|<a href="http://www.xlr8r.com/news/2012/03/video-devonwho-strangebrew">XLR8R</a></p>
<p>Wer bis zur EP nicht warten kann, dem sei das Projekt &#8220;<a href="http://klipmode.bandcamp.com/album/episodes">Klipmode</a>&#8221; von Mndsgn &#038; Devonwho ans Herz gelegt. </p>
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		<title>Derrida-Konferenz, Frankfurt 14-16.03.2012</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 20:31:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>L'auteur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Derrida today&#8230;
In der kommenden Woche lädt die Universität Frankfurt zur internationalen Derrida-Konferenz. Drei Tage lang widmen sich TheoretikerInnen aus aller Welt dem Erbe des französischen Dekonstruktivisten, darunter auch Geoffrey Bennington, Anselm Haverkamp und Alexander García Düttmann. Für die Keynote am 14.03. konnte sogar Jean-Luc Nancy gewonnen werden. In den zahlreichen panels zu den Themen Epistemologie, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Derrida today&#8230;</strong></p>
<p>In der kommenden Woche lädt die Universität Frankfurt zur internationalen <a href="http://www.derrida-frankfurt.net/">Derrida-Konferenz</a>. Drei Tage lang widmen sich TheoretikerInnen aus aller Welt dem Erbe des französischen Dekonstruktivisten, darunter auch <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Geoffrey_Bennington">Geoffrey Bennington</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anselm_Haverkamp">Anselm Haverkamp</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_García_Düttmann">Alexander García Düttmann</a>. Für die Keynote am 14.03. konnte sogar <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jean-Luc_Nancy">Jean-Luc Nancy</a> gewonnen werden. In den zahlreichen panels zu den Themen Epistemologie, Literatur, Politik, Ethik, Geschichte, Körper, Kunst und Gabe wird den unterschiedlichen Spuren von Derridas Philosophie nachgegangen. </p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/derridakonferenz.jpg" /></p>
<p>Zwar findet sich kein Vortrag, der sich mit digitalkulturellen Phänomenen auseinandersetzt, doch halte ich Derrida auch in dieser Thematik für einen wichtigen Bezugspunkt und damit den Post für gerechtfertigt. Und wenn schon, ich freue mich auf intensive Theorie-Tage!! </p>
<p><a href="http://the-satellite.net/blog/?ibsa=share&id=430" id="share-link-">Share</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>@ (club) transmediale 2k+12 //Berlin 05.02.12</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 18:02:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>L'auteur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[#6: Dark Drives &#038; Organology&#8230;
Eine Ausstellung &#8211; ein Konzertabend, für mich die perfekte Abrundung einer grandiosen Woche. 
Dark Drives. Uneasy Energies in Technological Times:
Der diesjährige Kurrator der transmediale-Ausstellung, Jacob Lillemose, hat mit Dark Drives einen eindrucksvollen Parcours zum Erlebnis technologischer Inkompatibilitäten geschaffen. Unruhige Energien sind wesentlicher Bestandteil aller Technologien und im menschlichen Verhältnis zu ihnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>#6: Dark Drives &#038; Organology&#8230;</strong></p>
<p>Eine Ausstellung &#8211; ein Konzertabend, für mich die perfekte Abrundung einer grandiosen Woche. </p>
<p><strong>Dark Drives. Uneasy Energies in Technological Times:</strong><br />
Der diesjährige Kurrator der transmediale-Ausstellung, <a href="http://www.kurator.org/people/lillemose/">Jacob Lillemose</a>, hat mit <a href="http://www.transmediale.de/de/festival/exhibition">Dark Drives</a> einen eindrucksvollen Parcours zum Erlebnis technologischer Inkompatibilitäten geschaffen. Unruhige Energien sind wesentlicher Bestandteil aller Technologien und im menschlichen Verhältnis zu ihnen immer am Werk. In diesem Sinne lässt sich die Ausstellung als Irritation verstehen, um die Kraft unruhiger Energien offenzulegen und dem Betrachter ein differenziertes Verhältnis zur technologischen Entwicklung zu ermöglichen.<br />
Schon beim Betreten der Ausstellung wird einem mulmig, denn in einem völlig finsteren Raum begrüßt einen das dronige Wummern der Soundinstallation <a href="http://www.transmediale.de/de/content/probe">PROBE</a> des dänischen Soundkünstlers <a href="http://www.transmediale.de/de/content/tr-kirstein">TR Kirstein</a>. Es dringt durch die Haut, durch Mark und Bein, der Körper wird von Bass umhüllt und dadurch spürbar. &#8220;Das hier betrifft dich&#8221;, scheint die Bassröhre sagen zu wollen und man flüchtet in den nächsten Raum. Doch auch hier ist es dunkel: Wände, Böden, Decke, alles ist schwarz &#8211; nur wo es Exponate gibt, scheint gerade genug Licht, um sie zu betrachten. Welcome to the dark side of technology. </p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/darkdrives.jpg" /></p>
<p>Die ersten Stücke können noch mit Augenzwinkern betrachtet werden, wie <a href="http://www.sturejohannesson.com/info.html">Sture Johannessons</a> Versuche der 1970er <a href="http://www.flickr.com/photos/transmediale/6790307620/in/photostream/">Cannabisblätter</a> durch computergenerierte Zeichnungen darzustellen, <a href="http://jk-keller.com/">JK Kellers</a> Simpsons-Glitch &#8220;<a href="http://jk-keller.com/simpsons-realigned/">Realigning My Thoughts On Jasper Johns</a>&#8221; oder die Installation <a href="http://paidia-institute.org/laboratory/feedback">feedback #6</a> des <a href="http://paidia-institute.org/">Paidia Institute</a>, zwei kurzgeschlossene Playstation-Konsolen, die sich gegenseitig öffnen und wieder schließen. Doch schnell holt den Betrachter das beklommene Gefühl vom Eingang wieder ein und steigert sich von Exponat zu Exponat. Das <a href="http://www.bureauit.org/">Bureau of Inverse Technology</a> präsentierte einen Werbefilm zur <a href="http://www.bureauit.org/sbox/">Suicide Box</a>, einer Videokamera, die darauf programmiert ist, Selbstmordvorfälle an Brücken zu erfassen. Die sachliche Präsentation der Entwicklungs- und Testphasen steht im krassen Kontrast zum düsteren Soundtrack und der Tatsache, dass das Gerät in den 100 Tagen der ersten Anbringung 17 Ereignisse aufzeichnete.</p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/transmediale12.jpg" /></p>
<p>Von den Umweltaktivisten Jack Caravanos und <a href="http://www.flickr.com/photos/rvibek/sets/72157619861584556/">Vibek Raj Maurya</a> wurde eine Auswahl von flickr-Bildern zum <a href="http://the-satellite.net/blog/?p=43">eWaste-Hotspot</a> Ghana und damit die Kehrseite der permanenten Weiterentwicklung gezeigt. Unter widrigsten Umständen werden auf riesigen Schrottplätzen die letzten Edelmetalle aus europäischem Technikmüll herausgebrannt und geätzt. Eine weitere Kehrseite beleuchtete die Dokumentation <a href="http://vimeo.com/3322013">Web Warriors</a> von Jay Dahl, Edward Peill und Christopher Zimmer. Der Cyberwar stellt für die völlig vernetzte Welt, in der wir leben, eine reale Gefahr dar, auch wenn man das Ausmaß nicht mal annähernd bestimmen kann. </p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/transmediale13.jpg" /></p>
<p>Aber was macht der Computer mit dem konkreten Menschen? Was ist zum Beispiel in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Steve_Ballmer">Steve Ballmer</a>, CEO des Softwareunternehmens Microsoft, gefahren, als er bei einer Präsentation derartig <a href="http://www.youtube.com/watch?v=wvsboPUjrGc">ausrastet</a>? Die Inkarnation des DotCom-Hypes, fleischgewordene Technikhysterie oder der gewöhnliche Koks-Manager von heute? Auf dem zertrümmerten PC von Eva and Franco Mattes (<a href="http://www.0100101110101101.org/">0100101110101101.ORG</a>) hingegen laufen YouTube-Videos heimlich gefilmter Kinder, die sich wegen gelöschten Accounts, PC-Problemen oder Game-Overs in verstörende Wutausbrüche steigern. Die Spiele üben eine solche Macht auf die jungen und offensichtlich süchtigen User aus, dass sie selbst deren emotionalen Haushalt domninieren. <a href="http://www.0100101110101101.org/home/mygeneration/index.html"> My Generation</a>, so der Name dieser Installtion. </p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/16867513?byline=0&#038;∓portrait=0&amp;color=000000" width="480" height="360" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
<p>Der norwegische Sound- und Videokünstler <a href="http://www.bjornerikhaugen.com/">Bjørn Erik Haugen</a> schließlich zeigt in der Installation &#8220;<a href="http://www.bjornerikhaugen.com/Websted/Interface.html">Interface</a>&#8221; auf einem viergeteilten screen das Sichtfeld eines Soldaten in einem Apache-Helikopter. Sein Blick ähnelt dem eines Computerspielers, das Interface abstrahiert die Menschenschicksale und reduziert das Kriegsgeschehen auf den Knopfdruck, der technikvermitteltes Präzisionstöten bedeutet. </p>
<p align="center">*</p>
<p><strong>Touch.30/Spire: Organology</strong><br />
Finster und unheimlich ging es auch auf dem Abschlusskonzert der club transmediale in der Passionskirche zu. In Kollaboration mit dem legendären Label <a href="http://www.touchmusic.org.uk/">Touch Records</a> wurde das zwölfte Konzert der Reihe <a href="http://www.spire.org.uk/">Spire</a> veranstaltet, worin es um die Erkundung und Zelebrierung der Orgel geht. Für die Organisatoren handelt es sich um eines der bedeutensten und kulturträchtigsten Instrumente in der Geschichte der Musik und sollte gerade heute, als Vorgriff des Synthesizers, erforscht und gehört werden.<br />
Das vierstündige Konzert in vier Akten bot dafür reichlich Gelegenheit. Durch den Abend führte der bekannte, britische Pianist und Organist <a href="http://www.charlesmatthews.co.uk/">Charles Matthews</a>, der mit vornehmlich düster-schaurigen Orgelstücken (bspw. von Giacinto Scelsi oder Olivier Messiaen) der Spectral-Thematik des ctm gerecht wurde. Eine ganz besondere Erfahrung war das Stück Paramell III von Stephen Montague, zu dessen Beginn Matthews das Publikum aufforderte, über die Dauer des Stücks zu summen. So wurde man selbst Klangkörper der abstrakten Komposition. </p>
<p>Die einzelnen Akte boten aber auch je einem Solokünstler Raum für seine Musik. <a href="http://www.janawinderen.com/">Jana Winderen</a> ließ eine dichte und spannungsreiche Field-Recording-Komposition in der Kirche ertönen und dem Hörer unterschiedliche Stufen von Finsternis nachvollziehen. Mit <a href="http://www.touchmusic.org.uk/theeternalchord/">The Eternal Chord</a> wurde das Projekt eines endlosen, gruppenimprovisierten Orgelstücks fortgesetzt: Charles Matthews, Mike Harding, Marcus Davidson &#038; Jon Wozencroft schufen einen extrem dichten <a href="http://www.touchmusic.org.uk/theeternalchord/eternalchordberlin.mp3">Orgelklangkomplex</a>, der sich in jeden Winkel des Gebäudes ausbreitete. Vor allem <a href="http://www.hildurness.com/">Hildur Gudnadottír</a>, isländische Cellistin, hat mich umgehauen. Mit ihrem Cello spielte sie zunächst fragmentarische Klänge, doch durch Loops aus dem Laptop und immer gewaltigerem Cellospiel wuchs diese zu einer vielschichtigen, leicht träumerischen Klangwelt an. Den Abschluss machte <a href="http://www.discogs.com/artist/Eleh">Eleh</a> &#8211; das anonyme Bass-Projekt aus dem Hause Touch. Gewohnt minimalistisch walzte der Bass durch die Kirche und kam einer akkustischen Raumvermessung gleich. Nun wurde noch Arvo Pärts Pari Intervallo gespielt und ein gelungener Abend ging zu Ende. Und damit ein fantastisches Festival&#8230; Danke!</p>
<p><iframe width="480" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/Nju0At_7yJQ?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>@ (club) transmediale 2k+12 //Berlin 04.02.12</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 10:18:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>L'auteur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[#5: Parallel Worlds, Verfall &#038; Ravedeath&#8230;
Satellite Stories: Parallel Worlds
Reizüberflutet von den letzten Tagen kürzte ich mein Programm für Samstag auf drei panels und begann entspannt im Kino. Unter dem Titel &#8220;Parallel Worlds&#8221; vereinte das Videoprogramm Satellite Stories Filme, die sich mit der Frage nach dem Tod auseinandersetzen und damit auch eine medienreflexive Qualität haben, ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>#5: Parallel Worlds, Verfall &#038; Ravedeath&#8230;</strong></p>
<p><strong>Satellite Stories: Parallel Worlds</strong><br />
Reizüberflutet von den letzten Tagen kürzte ich mein Programm für Samstag auf drei panels und begann entspannt im Kino. Unter dem Titel &#8220;Parallel Worlds&#8221; vereinte das Videoprogramm Satellite Stories Filme, die sich mit der Frage nach dem Tod auseinandersetzen und damit auch eine medienreflexive Qualität haben, ist doch die Aufzeichnung immer darauf angelegt, über den Tod hinauszugehen, ohne selbst Leben zu sein.<br />
Die historische Arbeit dieses panels ist der Film &#8220;<a href="http://www.nbk.org/video-forum/M_Raskin_Stichting_Ens/Mutter_Vater_ist_tot.html">Mutter, Vater ist tot</a>&#8221; des deutschen Videokollektivs RASKIN. Rotraud Pape und Andreas Coerper setzen hier ein Reenactment der Fernsehserie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dallas_(Fernsehserie)">Dallas</a> um und verfahren dabei im Stil von Amateurschauspielern in einer kulissenlosen Studiosituation. Nachgespielt wird ein eigenartiger Dialog der neunten Staffel, wo ein Mann auf der Ranch auftaucht, der behauptet der Vater Jock Ewing zu sein &#8211; ein Hauptcharakter der in der vierten Staffel für tot erklärt werden musste, weil der Schauspieler dieser Rolle, Jim Davis, 1981 starb. Ein völlig anderer Schauspieler behauptet nun, nach langer Amnesie infolge eines Unfalls zurückgekehrt zu sein, wobei er wegen seiner schweren Verletzungen nicht nur ein anderes Gesicht, sondern auch eine andere Stimme hat. Die Familie ist von dieser Erscheinung zwiegespalten. Ein solch abstruser <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jock_Ewing#Impostor">Einfall</a> der Drehbuchautoren ist für die Videokünstler aber ein außergewöhnlicher Anlass, über die Realitätseffekte von Film, sowie das Verhältnis von Tod und Gedächtnisfunktion des Mediums zu reflektieren.<br />
Auch die finnische Videokünstlerin <a href="http://www.galeriebarbaraweiss.de/dateien/biography.php?intern_nr=11">Laura Horelli</a> betont in ihrem Video <a href="http://www.transmediale.de/de/content/haukka-pala-–-bit-bite">Haukka-Pala</a> diese Qualitäten des Films. Ihre Mutter entwickelte die Kindersendung Haukka Pala, in welcher sie zusammen mit einer Hundehandpuppe den Kindern ein richtiges Verhältnis zu gesunder Ernährung näherzubringen versuchte. Sie starb in der Produktion der dritten Staffel an Krebs, Laura war gerade zehn. Die Videobänder der Serie sind trotz ihrer Künstlichkeit ein wichtiger Bestandteil Lauras Erinnerung an ihre Mutter. So lässt sich der Zusammenschnitt von Szenen der Serie, zu dem Horelli von ihrer Mutter erzählt, als filmische Trauerarbeit verstehen, als unmöglicher Versuch, die Grenze zum Jenseits zu überbrücken.<br />
Die britische Künstlerin <a href="http://www.sophiekahn.net/">Sophie Kahn</a> geht im Grunde den entgegengesetzen Weg. Mit einem 3D-Laser-Scanner tastet sie Gesichter von lebenden Menschen ab und erstellt so digitale Modelle, die sie in &#8220;04302011&#8243; zeigt. Solche Scanner werden normalerweise für unbewegte Objekte verwendet. Bei atmenden Menschen mit sich bewegenden Gesichtszügen entstehen zerklüftete Abdrücke, die an Totenmasken erinnern. Aus den digitalen Modellen fertigt Kahn auch Skulpturen im Verfahren des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rapid_Prototyping">Rapid Prototyping</a>.</p>
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<p>Namensgebend für das panel war der Film der Niederländer Jos de Gruyter und Harald Thys. In <a href="http://www.transmediale.de/de/node/20932">Parallel Worlds</a>, einem ironischen Lehrfilm, sprechen die beiden von den verschiedenen Verhältnissen der realen zur parallelen Welt, die über das Medium Film vermittelt sind. So soll in Ingmar Bergmans &#8220;<a href="http://www.imdb.com/title/tt0064897/">Der Ritus</a>&#8221; gezeigt werden, wie über ein Ritual, also den Übergang in die Parallelwelt, ein Mensch der realen Welt getötet werden kann. Der <a href="http://www.flickr.com/photos/saschapohflepp/6829508929/">Umgang mit Robotern</a> ist ein Beispiel für eine mögliche Kommunikation zwischen beiden Welten. Das Endstadium, die vollständige Überlappung beider Welten, zeigt ein Filmausschnitt über ein Dorf aus arbeitsamen, animatronischen Puppen, wie man sie aus Geisterbahnen oder Disney&#8217;s <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/It's_a_Small_World">It&#8217;s a Small World</a> kennt: Der Tod der Glückseligkeit einer vollständig mechanisierten Kontrollgesellschaft.</p>
<p align="center">*</p>
<p><strong>Reza Negarestani: Decay Modernism</strong><br />
Auf den Talk <a href="http://www.ctm-festival.de/ctm-festival/discourse/module-6.html">Trash/Streams (Wastelands)</a> im ctm-Programm wurde ich eigentlich wegen des britischen Hauntologen und Musikkritikers <a href="http://k-punk.abstractdynamics.org/">Mark Fisher</a> aufmerksam, doch weil dieser verhindert war, konnte sich der iranische Philosoph <a href="http://blog.urbanomic.com/cyclon/">Reza Negarestani</a>, aus seinem malayischen Exil per Skype zugeschaltet, über die gesamten zwei Stunden des slots ausbreiten. Hinter dem Vortragstitel &#8220;Decay Modernism&#8221; verbirgt sich eine epistemologische Theorie, die sich wohl auch dem Speculative Realism zuordnen lässt und den Verfall als Grundprinzip erhebt. In einer fragwürdigen Auseinandersetzung mit Aristoteles und mithilfe <a href="http://tinyurl.com/6lhj8pc">verwirrender Diagramme</a> sprach Negarestani davon, dass alle Ideen (also alles, was es gibt) Formen sind, die bereits im Verfall begriffen seien. Dadurch jedoch würden neue Fluchtpunkte im epistemischen Horizont gesetzt: Im Verfall extrapolierten sich die Formen in die Zukunft, wodurch neue Formen und Formenverhältnisse entstehen. Dies sei die Bewegung der Kreativität, die sich in der Moderne linear beschleunigt. Anders als in die Hauntologie geht Negarestani davon aus, dass alles bereits tot ist. Mir hingegen ist es unerklärlich, wie in einem solchen Modell Geschichte, aber auch das Ereignis als solches gedacht werden können. Zudem scheint es mir inkohärent Verfall mit Tod gleichzusetzen &#8211; denn selbst der Verfall bedarf des Lebens (Erosion, nekrophage Insekten, différance&#8230;), aber naja. Vielleicht bin ich bei dieser voraussetzungsreichen Flut von Fach- und Kunstwörtern einfach nicht mitgekommen.</p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/transmediale10.jpg" /></p>
<p align="center">*</p>
<p><strong>Tim Hecker: Ravedeath, 1972</strong><br />
Das probate Mittel, den Kopf nach dieser Achterbahnfahrt zu formatieren, gab es zum Glück nur wenige Stationen entfernt. In der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Passionskirche_(Berlin)">Passionskirche</a> performte der kanadische Musiker <a href="http://www.sunblind.net/">Tim Hecker</a> sein Album <a href="http://www.discogs.com/Tim-Hecker-Ravedeath-1972/release/2705982">Ravedeath, 1972</a>. Dazu wurde die Kirchenorgel mikrofoniert und mit den digitalen presets auf dem Laptop verknüpft, so dass sich die unterschiedlichen Soundsignale in Feedback-Schleifen koppelten, verstärkten oder auslöschten. Das Spiel zwischen analoger Orgelmusik und elektronischen Klängen begann mit sachten Ambientgeweben, doch plötzlich wuchsen von ganz tief unten massive Dronesäulen, die über die Kirchgänger walzten. Völlig im Dunkeln sitzend, war man der Soundgewalt schonungslos ausgeliefert, die nicht nur das Trommelfell, sondern den gesamten Körper zum vibrieren brachte. Absolut sagenhaft! Nach 50 Minuten reiner Intensität zog ich sprachlos davon &#8211; der Frage, wie wohl ein Gottesdienst zu dieser Kirchenmusik aussehen müsste, war ich außerstande nachzugehen. </p>
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		<title>@ (club) transmediale 2k+12 //Berlin 03.02.12</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 10:02:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[#4: Anonymous, Occupy, Microwaves &#038; Psychedelia&#8230;
Der letzte Bericht ist wohl etwas lang geworden, aber es war einfach so viel los! Auch am vierten Tag war das nicht anders &#8211; diesmal ziemlich theoriegeladen, da ich vor allem Veranstaltungen der Konferenz in/compatible: aesthetics, publics, systems beigewohnt habe.
Anonymous Codes: Disruption, Virality and the Lulz:
Schon das erste Panel hatte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>#4: Anonymous, Occupy, Microwaves &#038; Psychedelia&#8230;</strong></p>
<p>Der letzte Bericht ist wohl etwas lang geworden, aber es war einfach so viel los! Auch am vierten Tag war das nicht anders &#8211; diesmal ziemlich theoriegeladen, da ich vor allem Veranstaltungen der Konferenz <a href="http://www.transmediale.de/de/festival/conference">in/compatible: aesthetics, publics, systems</a> beigewohnt habe.</p>
<p><strong><a href="http://www.transmediale.de/de/content/anonymous-codes-disruption-virality-and-lulz">Anonymous Codes</a>: Disruption, Virality and the Lulz:</strong><br />
Schon das erste Panel hatte es in sich: Es sprachen der Hacktivist <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jacob_Appelbaum">Jacob Appelbaum</a>, die Anthropoligin <a href="http://gabriellacoleman.org/">Gabriella Coleman</a> und Netzwissenschaftlerin <a href="http://www.tatianabazzichelli.com/">Tatiana Bazzichelli</a> über das (Internet-)Phänomen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anonymous_(Kollektiv)">Anonymous</a>. Und nicht nur das: Der IRC-Channel AnonyOps wurde übertragen, wobei auch der Talk als Stream verfügbar war. So konnte Anonymous die ganze Zeit dabei sein, am Ende sogar materialisiert in einer Maske, die per Skype einen Beitrag hielt. Dieser interessanten Konstellation vorangestellt war der Text <a href="http://berlinergazette.de/aus-dem-leben-einer-photoshop-seele/">Aus dem Leben einer Photoshop-Seele</a> der Schriftstellerin Dara Buchzink. Nach dieser poetischen Verarbeitung der Netzanonymität, trug der gejetlagte Appelbaum sein politisches Statement über die Wichtigkeit und Wirksamkeit des Hacktivismus vor. Das Kollektiv Anonymous bürge die Möglichkeit alte Machtstrukturen zu kritisieren und aufzulösen. Dabei wäre es gerade wegen seiner Dezentralität ein Identifikationspunkt für ein gemeinsames Ideal. In Zeiten wie der unseren sei der Hacktivismus und der Infowar eine notwendige Form des Widerstands: &#8220;Someone must take action.&#8221; Der Beitrag wurde mittlerweile von <a href="https://netzpolitik.org/2012/jacob-appelbaum-ruft-zu-mehr-digitalem-aktivismus-auf-wir-sind-alle-anonymous/">netzpolitik.org</a> auf YouTube hochgeladen:</p>
<p align="center"><iframe width="480" height="274" src="http://www.youtube.com/embed/JR-8Mexy15o?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Coleman, die schon seit Jahren die Sprechweisen und Praktiken von Anonymous anthropologisch untersucht, sprach über strukturelle Eigenschaften des Phänomens (wie auch in diesem <a href="http://vimeo.com/10837847">Vortrag</a>). So halten eine bestimmte Form von Humor (For The Lulz!), ein unbestimmtes Verlangen nach (Informations-)Freiheit und ein ganzes Set ikonographischer oder symbolischer Inhalte die anonymen Individuen in einer verbindenden Gruppendynamik zusammen. Auch Coleman betont das Potenzial von Anonymous und sieht hier eine Möglichkeit realisiert, Individualität unabhängig von Eigentum zu denken.<br />
Die Guy Fawkes-Maske ist also zur Projektionsfläche für Hoffnungen geworden und so ist es kein Wunder, dass sie nach Colemans Vortrag <i>angerufen</i> wird. Über Skype natürlich. Der Admin des Channels &#8220;AnonyOps&#8221; führt mit gefilterter Stimme ebenfalls ein politisches Statement über den laufenden InfoWar und Anonymous&#8217; Kampf für die Wahrheit und Internetfreiheit. Dabei ist die Rhethorik gewohnt kämpferisch. Zumal die <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811715,00.html">Protest-Aktion</a> der polnischen Oppositionspartei &#8220;Bewegung zur Unterstützung Palikots&#8221; gegen das ACTA-Abkommen auch Grund zum Feiern war. </p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/transmediale07.jpg" /></p>
<p>Eine eigenartige Situation entsteht nach der Plenumsöffnung: Ein Mann fragt die Maske, die über allem schwebt, wie man denn das Mundtotmachen Einzelner vor dem Hintergrund einer No-Censorship-Policy rechtfertigen könne. Im Wegducken vom Mikro fügt er noch leise den Satz hinzu: &#8220;Please don&#8217;t hack me!&#8221; (im Video unten ab 6:30). Dieser kleine Witz verdeutlicht eine der größten Gefahren, oder zumindest Ambivalenzen von Anonymous und ihrer Symbolik, die nicht nur hoffnungstragend, sondern auch furchteinflößend sein kann: Auch im Widerstand können sich zweifelhafte Machtverhältnisse ausbilden. Eine zweite wäre, dass das Spektakuläre den politischen Gehalt überbietet &#8211; so wie die Aufmerksamkeit der Zuhörer eher am <a href="http://pastebin.com/FrqDrVM2">Gedaddel im IRC-Channel</a> hing, als an den Talks. </p>
<p align="center"><iframe width="480" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/3xDMKs6C05g?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p align="center">*</p>
<p><strong>The Incompatible Public is Occupied:</strong><br />
In der <a href="http://www.transmediale.de/node/20660">Keynote</a> des Tages wurde das zweite große politische Phänomen der Netzwelt behandelt: Die Occupy-Bewegung. Die New Yorker Politologin <a href="http://jdeanicite.typepad.com/">Jodi Dean</a> hielt unter dem Titel &#8220;The Incompatible Public is Occupied&#8221; einen ebenso theoretisch argumentierenden, wie feurig politischen Vortrag über das für sie wichtigste politische Ereignis der USA seit den 60er Jahren.<br />
Interessant ist dabei ihre Differenzierung: &#8220;Occupy&#8221; als Strategie geht mit der aktuellen Form des Kapitalismus durchaus konform. Der von ihr so genannte <a href="http://jdeanicite.typepad.com/i_cite/2005/01/communicative_c.html">Communicative Capitalism</a> erhebt die verheißenden Forderungen von kreativem Engagement, Partizipation als Individuum, Pluralität, Mobilität und Vernetzung. Auf all diese Zutaten greift die Strategie &#8220;Occupy&#8221; ebenfalls  mehr oder weniger verheißend zurück. Doch &#8220;Occupy&#8221; als <i>Symptom</i> führt vor, wo die Versprechungen des Kapitalismus leer bleiben. Die Menschen sind inkompatibel mit einem System, dass nicht mehr nur die Arbeitswelt betrifft, sondern in jeden Bereich der Lebenswelt vorgedrungen ist. Das zeigt sich darin, dass hier öffentliche Plätze besetzt werden, die unter der (unsichtbaren) Hand von der Finanzwelt einverleibt wurden &#8211; aber auch in den geteilten Lebensschicksalen der <a href="http://wearethe99percent.tumblr.com/">99%</a>.<br />
Innerhalb dieses symptomatischen Phänomens des Spätkapitalismus, der Belagerung von öffentlichen Plätzen durch Occupy, sieht Dean auch eine neue Umgangsformen sich entwickeln, die von einer Reaktualisierung kommunistischer Lebenspraxis kündet. Deshalb dürfe die Bewegung auch nicht demokratisiert werden, was einer Integration in das System gleichkäme. Dass es ihr Ernst ist, wird auch im Gespräch mit Moderator Krystian Wozniki deutlich. Auf seine zaghafte Frage, ob es bei der Konzeption 99% vs. 1% denn auch Raum für Grauzonen gäbe, antwortet sie knallhart: Nein. Im Kapitalismus, wie wir ihn jetzt haben, gibt es ein klares Schwarz und Weiß, und wir sind die 99%. (Die Vorlesung als Text <a href="https://doc-10-94-docsviewer.googleusercontent.com/viewer/securedownload/dsn1aovipa7l846lsfcf94nedj8q2p4u/qau3rlg0totnh6t6piur9grljdqmcj4m/1330302600000/Ymw=/AGZ5hq8BgbJY1gwaOYx83cPOdNw6/QURHRUVTaEJ0U21kZVZVTnhmN21vSGxMb0RGTTZzTmw4Smgxbms4ZFVVZ3FGdTdfT1Q1NTNhNC1sR2d6dVZuNzN2ZWwzeEFJdTJpVExHamdzWlVFaE9TZW1mblBCY0lfVDB1RXA1N2ZFanp3YWJGV1dCMUx4MUJKMWpoQ2tmcXFQZGctdVNwMmFhX1Y=?chan=EwAAALCaXcisSjTCqhXcfnpqPI%2BSrnJjIXQKUUkebQtQJT2M&#038;docid=fea543e48246f6ecbe8deccc9ce6d60f&#038;hash=o0n3nsk7j3q822lfghjlrf5rq53o0pnj&#038;nonce=vfear4qe2tlho&#038;sec=AHSqidaJC34bW4jgDJcN97jlx5v-L62Mhs0fdxCtcyqlC9G4Bv_rJzHQBa4-bGHTGeeUZW3A-XU9&#038;a=gp&#038;filename=incompatibility-and-occupation-berlin.docx&#038;user=AGZ5hq8BgbJY1gwaOYx83cPOdNw6">hier</a>) </p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/transmediale08.jpg" /></p>
<p align="center">*</p>
<p><strong>Mario de Vega &#8211; Thermal:</strong><br />
Nach soviel politischen Reden war nun etwas Action fällig. Mario de Vega, der schon am Vortag bei der <a href="http://the-satellite.net/blog/?p=394">Glitch Performance</a> beteiligt gewesen war, führte die Performance &#8220;<a href="http://www.transmediale.de/content/thermal-mario-de-vega">Thermal</a>&#8221; durch. Vier ferngesteuerte Mikrowellen standen auf auf einem riesigen Lautsprecher, alles verbunden mit seinem Konvolut an Filtern. Ein dumpfer Noise-Bass wurde über Rückkopplungen erzeugt, dann packten sie die Flyer der transmediale in die Mikrowellen und die elektromagnetischen Wellen ergaben drastische Störgeräusche. Doch beschichtete Flyer &#038; Mikrowellen sind in/compatible, denn es begann zu rauchen, die Mikrowellen stürzten von ihrem Lautsprecherpodest und ein aufgeregter Techniker zog den Stecker. Killer!</p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/transmediale09.jpg" /></p>
<p align="center">*</p>
<p><strong>Oneohtrix Point Never &#038; Joshua Light Show</strong><br />
Und dann der reizüberflutende Ausklang des Abends. Der Experimental-Musiker <a href="http://pointnever.com/">Oneohtrix Point Never</a> riss seine dronigen Ambient-Spuren runter, während die Leinwand des Auditoriums von der legendären <a href="http://joshualightshow.com/index.html">Joshua Light Show</a> bespielt wurde. Sowohl musikalisch als auch visuell ein Fest für mich, da ich bei über 80% der Eindrücke nicht die leiseste Ahnung habe, wie sie zustandegekommen sein könnten. Ich kann keine Worte verlieren, die ich nicht habe und so schließe ich mit einem kurzen Blick hinter die Kulissen von The Joshua Light Show, die zudem 100% analog arbeiten!</p>
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		<title>@ (club) transmediale 2k+12 //Berlin 02.02.12</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 16:19:36 +0000</pubDate>
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Nicht nur wegen des Namens zog mich das Videoprogramm Satellite Stories an, sondern vor allem, weil hier die Wurzeln der transmediale, dem ehemaligen Video Filmfest, liegen. Der Slot &#8220;Suspension&#8221; widmete sich in besonderer Weise dieser Tradition. Den Videokünstlern der 80er- und 90er-Jahre ging es um die Befreiung von den gleichmacherischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>#3: Suspension, Speculation, Glitches &#038; Witches&#8230;</strong></p>
<p>Nicht nur wegen des Namens zog mich das Videoprogramm <a href="http://www.transmediale.de/de/festival/video">Satellite Stories</a> an, sondern vor allem, weil hier die Wurzeln der transmediale, dem ehemaligen Video Filmfest, liegen. Der Slot &#8220;Suspension&#8221; widmete sich in besonderer Weise dieser Tradition. Den Videokünstlern der 80er- und 90er-Jahre ging es um die Befreiung von den gleichmacherischen Massenmedien, die den Menschen ermüdende Lebens- und Schönheitsentwürfe vorspielen. Die Hoffnung war, dass wenn jeder eine Videokamera besäße, eine Befreiung von diesem Dispositiv erreicht werden könnte. Heute ist dies technisch möglich, doch trotz YouTube kann man nicht gerade von Emanzipation sprechen. In dieser Spannung stehen auch die drei Filme des Panels. Die &#8220;historische&#8221; Arbeit &#8220;<a href="http://www.vdb.org/titles/suspension">Suspension</a>&#8221; (1997) von <a href="http://www.vdb.org/node/682">Anthony Discenza</a> bricht Schönheitsideale auf, indem durch hart sichtbares editing Werbe- und Stargesichter ineinander gecuttet und als Konstruktion entlarvt werden. <a href="http://jessemclean.com/">Jesse McLean</a> stellt in &#8220;Magic for Beginners&#8221; die Frage nach der Realität von Emotionen. Dabei werden Closeups von weinenden Amateur-Schauspielern mit kitschigen Filmszenen aus Heimatfilmen und den lakonischen Fragen der Regisseurin verknüpft: Ist unsere Reaktion auf Filmemotionen mittlerweile intensiver als das wahre Leben? Wieso fühlt man sich in realen Situationen häufig so taub und unberührt &#8211; fehlt vielleicht der Filmscore oder die richtige Kamera-Einstellung? </p>
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<p>Die Dokumentation &#8220;Eight Characters, Two Syllables&#8221; des Berliner Videokünstlers Andreas Schneider setzt sich mit dem YOURSELF des YouTube-Slogans &#8220;broadcast yourself&#8221; auseinander. Dies geschieht anhand von Amateurvideos aus der deutschen MakeUp-Community auf YouTube. Aus 28 Std. Filmmaterial hat er eine mikrokosmische Studie verdichtet, die vier Frauen in ihrer wöchentlichen Selbstdarstellung zeigt. Was zunächst aberwitzig und oberflächlich erscheint, wird ein konfliktreiches und identitätsstiftendes Sozialgefüge, in welchem es um weit mehr geht, als um den Austausch von Schminktipps. &#8220;Ungeschminkt&#8221; teilen die Geschminkten nicht nur ihre Einkäufe (&#8220;<a href="http://www.youtube.com/results?search_query=Haul&#038;aq=f">Hauls</a>&#8220;), sondern ebenso ihr Gefühlsleben und ihre Auseinandersetzungen mit der freiwilligen Öffentlichkeit des Privaten. So wird die Frage der Authentizität des YOURSELF virulent.  </p>
<p align="center">*</p>
<p>Die erste Keynote-Lecture des Symposiumprogramms &#8220;in/compatible: systems&#8221; wurde von <a href="http://doctorzamalek2.wordpress.com/">Graham Harman</a>, Professor der American University in Kairo, gehalten. Er ist einer der bekanntesten Vertreter des <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Speculative_Realism">Speculative Realism</a>, einem neuen philosophischen Trend, Metaphysik zu bejahen und auf den Weg zurück zu den Objekten zu kehren. Schon im Titel &#8220;Everything is NOT connected&#8221; richtet sich Harman gegen holistische und rhizomatische Theorien, nach denen sich jedes Einzelnes nur im Netzwerk mit allen anderen verstehen lässt. Es sei an der Zeit, die These &#8220;Everything is connected&#8221; als Slogan oder gar Ideologie zu entlarven und den Holismus hinter sich zu lassen. Diesem setzt Harman mit einer eigenen McLuhan- und Heidegger-Lesart das Objekt als Individuum gegenüber. Unsere Wahrnehmung, wie auch unsere Handhabung von Objekten ist limitiert. Jedem Objekt ist ein weitaus größerer Hintergrund immanent, den wir im Funktionszusammenhang überhaupt nicht realisieren. Dieses Surplus an Aspekten ist alles andere als connected, es ist gerade das abgetrennte von unserer alltäglichen Wahrnehmung, wobei dieser mannigfaltigen Gesamtheit die eigentliche Realität zukommt. Im Gespräch nach der Vorlesung sagt Harman, dass es die Aufgabe des Philosophen sei, zu überraschen. Und in der Tat: Es überrascht mich wirklich, das hier in gewisser Weise zu den Dingen <i>an sich</i> zurückgekehrt wird, um die These des Titels zu halten. Ist nicht das Nachdenken über bisher ungesehene Aspekte eines Objekts das Anbinden an das Netzwerk und nur aufgrund dessen möglich? Aber vielleicht ist mir ein zentraler Kniff dieser neuen Spekulation entgangen, da Harman in einer Schnelligkeit vorgetragen hat, die fast einer Verweigerungsgeste gleichkam. Further reading is required.</p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/transmediale04.jpg" /></p>
<p align="center">*</p>
<p>Am Abend wurden im Auditorium gleich zwei Glitch-Performances gezeigt. Zunächst die Arbeit &#8220;The Glitch Moment(um)&#8221; von <a href="http://rosa-menkman.blogspot.com/">Rosa Menkmann</a>, der bekannten niederländischen Glitch-Künstlerin und -Theoretikerin. In ihrer praktischen wie theoretischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen Glitch fragt sie, was es bedeutet, wenn eigentlich fehlerhafte Artefakte technischer Abläufe einen festen Programmplatz, Ausstellungsort und Institutionalisierung erfahren. Die zweite Performance, &#8220;idiomotoric chatroom&#8221;, war eine Zusammenarbeit der Sound- und Videokünstler <a href="http://billyroisz.klingt.org/">Billy Roisz</a> (Österreich), <a href="http://www.mariodevega.info">Mario de Vega</a> (Mexiko) und <a href="http://dieb13.klingt.org/">dieb13</a> (Österreich). Der Titel der Performance ist an den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carpenter-Effekt">ideomotorischen Effekt</a> angelehnt, der das Phänomen bezeichnet, automatisch Bewegungen auszuführen, die man sieht oder an die man denkt. Damit koppeln sich die Künstler an Filter, Mixer, Plattenspieler, Sequencer, Boxen und Projektoren zu einer riesigen Maschine zusammen, über die sie notgedrungen die Kontrolle verlieren. Die Maschine knarzt und dröhnt, schwirrt und flackert. So wird eine geballte Ladung auditiver wie visueller Störeffekte erzeugt. Da mir aber im Grunde die Worte fehlen, um Glitch zu beschreiben, bleibt mir nur zu sagen, dass ich absolut begeistert war.</p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/transmediale05.jpg" /></p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/transmediale06.jpg" /></p>
<p align="center">*</p>
<p>Das Berghain stand in dieser Nacht im Zeichen des Dreiecks. Die <a href="http://tri-anglerecords.com/">Tri-Angle</a>-Label-Night zeigte einige der großen Namen des Witch House-Phänomens, die nicht gleich wieder in der paradimensionalen Versenkung verschwunden sind. Zugegeben stand ich dem Hype des Genres eher skeptisch gegenüber, auch wenn ich das grundsätzliche Prinzip der Verschmelzung disparater Pop-Traditionen, wie HipHop, Wave, Indiepop, Electro und Dubstep in drastischer LoFi-Qualität begrüße. Meine Vorbehalte wurden auch gleich bestärkt: Da ich <a href="http://soundcloud.com/ooooosounds">oOooOO</a> verpasst hatte, musste ich mich mit <a href="http://www.myspace.com/thebalamacab">Balam Acab</a> auseinandersetzen, die eindrucksvoll bewiesen, dass Zitation &#038; LoFi-Atmosphäre nicht automatisch spannende Musik hervorbringen. Auch wurde gezeigt, dass man sich bei Spectral mit dem Gespenstisch-Unheimlichen auf dem schmalen Grat zwischen einer vielversprechenden Theorie einerseits und einer esoterischen Projektionsfläche des Übernatürlichen andererseits bewegt. Letztere ist das Spielfeld für Balam Acab, die sich in eskapistischen Chillwave-Gejammer ergingen, sodass einem schauderte. Dank der nachfolgenden Sets von <a href="http://www.myspace.com/holyother">Holy Other</a> &#038; <a href="http://soundcloud.com/kuedo">Kuedo</a> wurde jedoch auch das Potenzial von Witch House deutlich. Der erste, mit schwarzem Tuch über dem Kopf, begleitet von s/w-Visuals von Rauchschwaden und Bettlaken, kreierte vom ersten Ton an eine düstere Atmosphäre dichter Klänge, durch die tiefe Bässe rollten und sich Snares ihren Weg an die Oberfläche schnitten. Kuedo blieb in der finsteren Sphäre des Vorgängers, versetzte sie jedoch mit harten HipHop-Beats und markanten Raps und riss den dunklen Vorhang noch etwas weiter auf. Witch House in dieser Weise ist ein avanciertes Spiel mit Samples und Genres, die rituell angerufen und amalgamiert werden. Auf dem schmalen Grat wandeln bedeutet also eine intelligente und aufregende Auseinandersetzung mit dem stetig verkürzten Verfallsdatum, der stetig wachsenden Frequenz von sterbenden und doch digital konservierten Trends.</p>
<p align="center"><iframe width="480" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/axUpissQ3QM?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>a href=&#8221;http://en.wikipedia.org/wiki/Speculative_Realism&#8221;</p>
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		<title>@ (club) transmediale 2k+12 //Berlin 01.02.12</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 09:20:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>L'auteur</dc:creator>
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Den Tag mit Wiedergängern begonnen: In den Bethanien in Kreuzberg sind im Rahmen der CTM derzeit zwei Ausstellungen, die sich mit dem Gespenst als Konzept der Medientheorie auseinandersetzen und damit das Erbe der Hauntologie von Derrida antreten. Im Project Space SPECTRAL stellen 8 Künstler(kollektive) ihre Installationen aus und arbeiten im weitesten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>#2: Gespenster, Paradoxien &#038; Transhumanismus&#8230;</strong></p>
<p>Den Tag mit Wiedergängern begonnen: In den Bethanien in Kreuzberg sind im Rahmen der CTM derzeit zwei Ausstellungen, die sich mit dem Gespenst als Konzept der Medientheorie auseinandersetzen und damit das Erbe der Hauntologie von Derrida antreten. Im Project Space <a href="http://www.ctm-festival.de/ctm-festival/exhibition/installations-works.html">SPECTRAL</a> stellen 8 Künstler(kollektive) ihre Installationen aus und arbeiten im weitesten Sinne mit dem Unheimlichen der Aufzeichnung. In <a href="http://www.ctm-festival.de/ctm-festival/exhibition/ghosts-off-the-shelf.html">Ghost Off the Shelf</a> dagegen liegt der Fokus auf ausgedienten Video-Medien. Es werden die Magnetbandgespenster von Videokünstlern herbeigerufen, dabei steht die Materialität des Mediums &#8211; von der schlierigen, ausgewaschenen Farbe bis zum magnetischen Rauschen &#8211; im Vordergrund. Es gibt sehr viele, teils sehr lange Videos und es lohnt sich wohl mehr als die 1,5 Std., die wir Zeit hatten, für die Ausstellungen einzuplanen.  </p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/transmediale03.jpg" /></p>
<p>Im Project Space hat mich vor allem die Installation von <a href="http://audint.net">AUDiNT</a> umgehauen. Mit einer Taschenlampe musste man sich im stockfinsteren &#8220;Dead Record Office&#8221; zurecht finden, in dem man zu dem bestialischen Wummern einer Bassröhre, auf Vinyls spazierend eine Unmenge von Karteikarten zu ihrer Forschung über auditive Kriegsführung bestaunen konnte. Diese Daten dienen &#8220;the opening of the 3rd ear, a dimension that materializes when sound, ultrasound, and infrasound are simultaneously deployed in a precise schema of sequencing, duration, and amplification&#8221; (<a href="http://audint.net/mission.php">1</a>).   </p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/transmediale01.jpg" /></p>
<p>Aber auch von der Platte mit <a href="http://gagarinrecords.com/?str=releases&#038;id=331">Historischen Aufnahmen</a> von <a href="http://www.felixkubin.com/">Felix Kubin</a>, auf der Soundgespenster der letzten 100 Jahre versammelt sind, war ich be<i>geist</i>ert. Unter anderem findet sich eine Acetatplatten-Aufnahme von Peter Niederle, der 1943 die ersten Erfolge seiner Sprachmaschine vorstellt (Niederlesche Maschine). Das Gespenstische spürbar macht Anke Eckardt mit ihrer Installation <a href="http://www.ankeeckardt.org/?page=41&#038;lang=1">Between | You | And | Me</a>. Eine doppelte Lichtwand mit Trockeneisnebel schafft einen eigenartigen, ephemeren Zwischenraum, in dem sich quellende Rauchschwadengestalten bewegen. Die Begleiter, die eben noch menschlich waren, verlieren  <i>auf der anderen Seite</i> ihre Realität und verschwimmen selbst zu unberührbaren Geistererscheinungen. </p>
<p align="center"><iframe src="http://player.vimeo.com/video/33152980?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=ffffff" width="480" height="360" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
<p>In der kanadischen Botschaft sorgte dann ein Security Check für die notwendige Erdung in der Realität, damit man sich auf die McLuhan-Lecture konzentrieren konnte. <a href="http://www.sfu.ca/~andrewf/">Andrew Feenberg</a>, Forscher für Philosophie der Technik an der Simon Fraser University in Vancouver, Canada und ehemaliger Marcuse-Schüler sprach über die &#8220;Ten Paradoxes of Technology&#8221;. Auch wenn man vielleicht nicht jede These als Paradox betrachten muss, bot er doch interessante Gedanken zu dem Verhältnis technischer Entwicklung und dem Menschen. Für ihn ist es wichtig, eine Technologie nicht bloß als ein losgelöstes Phänomen zu verstehen, dass sich vor dem Hintergrund von Effizienz und Rationalität selbst erklärt und dann vom Menschen, dem Erschaffer, einfach nur genutzt wird. Vielmehr ist die Technikentwicklung in ihrem historischen Kontext zu betrachten, wobei weitaus mehr Faktoren über den Erfolg einer Technik entscheiden. Außerdem prägen vorhandene Techniken die Arbeitsweise des Menschen ebenso, wie seine Wertvorstellungen die Entwicklung von Technologien determinieren. Mensch und Technik, ebenso wie Forscher und Normalverbraucher stehen in einer kontinuierlichen Feedback-Beziehung, weswegen sich eine Technokratie niemals rechtfertigen lässt, so alternativlos deren Akteure die Zukunft auch ausmalen möchten. Zudem muss beachtet werden, dass der Mensch als Teil und Ausbeuter der Natur sich auf kurz oder lang auch auf das Echo einstellen muss. Feenbergs &#8220;Utopia of disorder&#8221; hofft auf eine demokratische Öffnung des Zirkels der Feedback-Schleife zwischen Technikentwicklung, Natur und Gesellschaft. Das vielleicht schönste Paradox Nr. 7 sei an dieser Stelle zitiert: &#8220;Simplification complicates.&#8221;<br />
Eine frühere Version der Vorlesung (2010) wurde auf YouTube gepostet: </p>
<p align="center"><iframe width="480" height="274" src="http://www.youtube.com/embed/-HzJ_Jkqa2Q?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Im Marshall McLuhan-Salon der kanadischen Botschaft wurde im Anschluss an die Vorlesung auch die Ausstellung des kanadischen Künstlers <a href="http://jeremybailey.net/">Jeremy Bailey</a> eröffnet. Mit selbstprogrammierter Motion-Capture-Software und in Form seines Alter Ego &#8220;The new famous media artist&#8221; versucht er den Umgang mit Software ins Spielerisch-Künstlerische zu erweitern. Die menschliche Form transzendierend liefert er Vorschläge für zukünftige Problembewältigung von Krisen und verhält sich damit aber zugleich parodistisch zum Hype der Netzkultur, die Lösung für alles zu sein.  Hier z.B. das Video &#8220;Transhuman Dance Ritual&#8221;</p>
<p align="center"><iframe width="479" height="325" src="http://www.youtube.com/embed/DDs2J86RyCc?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>(Nebenbei: Anders als sein aufgeblasener digitaler Doppelgänger ist Jeremy (unten links) selbst unglaublich sympathisch. Super cool auch das in Deutschland gebannte Video <a href="http://www.youtube.com/watch?v=EL-dU4e3Kuw">Nam June Paik for NJP Art Center</a>)</p>
<p align="center"><img src="http://www.the-satellite.net/data/blog/transmediale02.jpg" /></p>
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		<title>@ (club) transmediale 2k+12 //Berlin 31.01.12</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 13:06:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[#1: Elektroakkustik &#038; Electrobeats&#8230;
Das Lautsprecherkonzert von Éliane Radigues &#8220;PSI 847&#8243; war mein Einstieg in das Festivalprogramm und ein gelungener dazu. 82 Minuten lauschten wir im HAU1 den Klängen der Originaltapes des 1972/73 entstandenen Stücks, welches von Lionel Marchetti performed wurde. Dieses Pionierwerk der Tape Music wurde in einem dunklen Theatersaal aufgeführt: die einzige Lichtquelle war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>#1: Elektroakkustik &#038; Electrobeats&#8230;</strong></p>
<p>Das Lautsprecherkonzert von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Éliane_Radigue">Éliane Radigue</a>s &#8220;PSI 847&#8243; war mein Einstieg in das Festivalprogramm und ein gelungener dazu. 82 Minuten lauschten wir im HAU1 den Klängen der Originaltapes des 1972/73 entstandenen Stücks, welches von Lionel Marchetti performed wurde. Dieses Pionierwerk der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Electroacoustic_music#Tape_music">Tape Music</a> wurde in einem dunklen Theatersaal aufgeführt: die einzige Lichtquelle war ein spotlight auf die Bühne, das mit der Musik anschwoll. Das Spektrum der reichhaltigen Sounds verlief über repetetive, glockenähnliche Klänge, die sich in ein Fiepen steigerten und dann in Klaviertöne umschlug, die aber nachwievor diskret wiederholt wurden. Dann wuchs über ein mechanisches Klappern ein dumpfer, dauerhafter Basston, gepaart mit drastischem Fiepen, das Diskrete löste sich auf und unheimliche Violinklänge breiteten sich aus. Das Stück hat sich viel Zeit genommen und es war dennoch oder deswegen unglaublich spannend, ihm zu folgen. </p>
<p align="center"><iframe src="http://player.vimeo.com/video/8983993?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=ffffff" width="480" height="356" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
<p>Beseelt von dieser elektroakkustischen Wunderstunde, bemerkte ich auf meinem Weg zum Berghain die Kälte der Berliner Nacht gar nicht so sehr. Den Auftritt von <a href="http://www.myspace.com/kyoka">Kyoka</a> habe ich leider verpasst, aber ich kam gerade rechtzeitig um die konvulsivischen Bassläufe von <a href="http://www.markfell.com/wiki/">Mark Fell</a> zu bestaunen. Er programmiert Algorithmen, durch die Basstöne prozessiert werden und sich verselbstständigen, sodass dem Musiker selbst die Performance entgleitet. Auch wenn im Katalog der CTM.12 steht, dass Fell &#8220;has a definite emphasis on trying to disappoint the audience, and, as he says, is &#8220;after after a complete lack of energy in both my performances or how the audience responds.&#8221;" (CTM.12 Spectral Katalog, S. 28) &#8211; fand ich es doch ausgesprochen interessant. Viel mehr auf seinen DJ-Gestus bedacht war dann <a href="http://www.kangdingray.com/">Kangding Ray</a> (<a href="http://www.raster-noton.net/">Raster Noton</a>), dessen Sounds sphärischer, technoider aber auch geordneter waren. Typische Elemente der 90er-Jahre-Club Music, wie Claps, Faithless-Synthies und anschwellende Sphären werden bei ihm in die zweite Dekade des 21. Jahrhunderts gerettet, funktionieren als entlegene Referenten einer vergangenen Zeit innerhalb eines neuen, vielschichtigen und aufregenden Soundkosmos. </p>
<p align="center"><iframe width="480" height="274" src="http://www.youtube.com/embed/w84PKh8DyOU?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Mein Einstieg in das Festival war also musiklastig, von der Transmediale selbst habe ich nur die Warteschlange am Online-Pass-Counter mitbekommen und den absolut abgefahrenen Festivalkatalog, der bis ins kleinste Detail &#8211; von Layout, Schriftart, Farbgebung bis hin zum Druckpapier &#8211; an die ätzende 90er-Copy Shop-Ästhetik angelehnt ist. Beispiel: Lageplan des HdKdW, haha! Superbe!</p>
<p align="center"><img src="http://www.transmediale.de/files/imagecache/tm_large/map_hkw_2012_2.png" alt="Lageplan" width="480" height="652" /></p>
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		<title>transmediale 2012: in/compatible</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 15:09:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>L'auteur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dem Netz gegen das Netz&#8230;
Heute begeht die ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit dem Netz gegen das Netz&#8230;</strong></p>
<p>Heute begeht die <a http://www.transmediale.de/tm2k12">Transmediale 2012</a> ihr 25. Jahr und eröffnet ihr Programm im Haus der Kulturen in Berlin. Performances, Talks, Vernissagen und sogar ein Re-Enactment des ersten Programms des einstigen Videokunst-Festivals leiten in die transmediale Woche ein.<br />
Das diesjährige Thema &#8220;in/compatible&#8221; beschäftigt sich mit Phänomenen, die die rhizomatische Ideologie des &#8220;Alles-mit-Allem-Vernetzen&#8221; unterlaufen, überbieten oder bloßstellen. Zahlreiche Workshops, Performances, Ausstellungen, Filme &#038; Talks (Graham Harman, Jodi Dean, Jacob Appelbaum, Gabriella Coleman, Andrew Feenberg, u.v.m) versprechen eine differenzierte und inspirierende Auseinandersetzung.</p>
<p align="center"><iframe src="http://player.vimeo.com/video/35473105?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=ffffff" width="480" height="270" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
<p>Diesmal bin ich endlich auch vor Ort und hoffe Zeit zu finden, das ein oder andere zu berichten. Das wird nicht leicht: Mein timetable ist überbordend voll, da sich das Parallel-Festival <a href="http://www.ctm-festival.de/ctm-festival/ctm12.html">Club Transmediale</a> unter dem Titel &#8220;Spectral&#8221; den Spuren des Unheimlichen in der elektronischen Musik verschrieben hat. Dabei bleibt man theoretisch dicht an der Hauntologie von Derrida (es sprechen bspw. Mark Fisher und AUDiNT) und musikalisch im experimentellen Dark Ambient-Sektor (Oneohtrix, Tim Hecker, Eleh, etc.), aber auch alte Pioniere, sowie Witch House und Post-Dubstep werden geboten&#8230; phew! be there or be square.</p>
<p align="center"><iframe src="http://player.vimeo.com/video/35502106?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=ffffff" width="480" height="270" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
<p><a href="http://the-satellite.net/blog/?ibsa=share&id=377" id="share-link-">Share</a></p>]]></content:encoded>
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