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The Satellite Blog wird bilingual!

9. May 2013 · 2 Kommentare

Willkommen, Welt!

Der Umstand, dass fast alle Überschriften und Fachausdrücke dieses Blogs in englischer Sprache, die Artikel jedoch auf deutsch verfasst sind, hat mich schon lange genervt. Zwar fällt mir das Denken und Formulieren in meiner Muttersprache wesentlich leichter, der Gegenstand der Digitalkultur jedoch schreit förmlich nach einer globalen Verkehrssprache, und die ist in diesem Falle Englisch. Dank des Polylang Plugins für WordPress wird dies in Zukunft kein Problem mehr sein.

Nach und nach werde ich nun also die alten Artikel, sofern es sinnvoll ist, übersetzen, und die neuen direkt zweisprachig veröffentlichen.

Ich hoffe, dass sich nun auch viele englischsprachige Leser*innen hier einfinden werden (und dass ich die Übersetzungs- und Grammatikfehler auf ein Minimum reduzieren kann 😀 ).

→ 2 KommentareTags: intern · satellite.blog

A MAZE. Indie Connect Festival 2013 – The Nominees

22. April 2013 · Comments Off on A MAZE. Indie Connect Festival 2013 – The Nominees

The Most Amazing Indie Game

Vom 24. bis zum 26. April findet zum zweiten Mal das A MAZE. Indie Connect Festival in der Urban Spree, Berlin statt. Drei Tage lang kommen hier Spieleentwickler*innen, Grafiker*innen und Digitalkünstler*innen aus aller Welt zusammen, um sich über inspirierende Technologien und Entwicklungen auszutauschen, und der kommerzialisierten Gaming-Welt ihre kreativen Werke entgegenzusetzen. Leider verpasse ich das diesjährige Programm, bin aber gespannt, wer am Freitag den Titel des “Most Amazing Indie Game” mit nach Hause nehmen wird. Die Nominierten für 2013 sind:

Evelyn Hribersek (DE) – O.R.pheus
Ein Augmented Reality Thriller in einem Münchener Untergrund-Krankenhaus.

Henry Smith (CA) – Spaceteam
Ein interaktives Mehrspieler-Game für iPads et. al., das den Stress der Kommandobrücke simuliert.

Frambosa (NL) – Sneaksneak
Ein Zweispieler-Jump ‘n’ Run, dessen Welt man taktisch und im Teamplay durchschleicht.

Rice ‘n’ Potato (DE) – The Gaudy Woods
Mit vollem Körpereinsatz reist man durch eine kuriose, bunte Fantasielandschaft.

SFB Games (UK) – Haunt the House: Terrortown
In diesem Side-Scrolling Action Puzzle Game muss man Menschen aus Häusern vergraulen, indem man als Geist von Gegenständen Besitz ergreift.

The Chinese Room (UK) – Dear Esther
Eine grafisch aufwendige, begehbare Geschichte über Liebe, Verlust, Schuld und Erlösung.

Monrad & Nielsen (DK) – ERVAX for 2
Ein quietschbuntes interaktives Kunstwerk, indem man spielerisch komponiert.

Abbey Games (NL) – Reus
Ein Terraforming-Strategiespiel über die Balance von Natur und Mensch.

12 Angry Devs (AT) – Of Light & Shadow
Ein atmosphärisches taktisches Jump ‘n’ Run Game.

Ty Taylor/ Mario Castaneda (US) – The Bridge
Ein surealistisches Puzzle Game, das die geläufige Logik außer Kraft setzt.

Fernando Ramallo & David Kanaga (MX) – Panoramical

Eine realtime generierte interaktive Musiklandschaft, die mit einem DJ-Controller gesteuert werden kann.

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Meine Favoriten sind wohl The Bridge, O.R.pheus und The Gaudy Woods – wobei letzteres auch an den Gewinner vom Vorjahr, dem wunderbaren Spiel Proteus von Ed Key und David Kanaga erinnert. Ich wünsche den Teilnehmenden und Veranstaltern ein tolles Festival!

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HAL@: Aled Lewis

10. December 2012 · Comments Off on HAL@: Aled Lewis

Erste Schritte im Graphic Design ging Aled Lewis mit Motiven für das T-Shirt-Label Threadless und schon hier zeichnete sich ab, dass Retro-Gaming, Comics und Popkultur die maßgeblichen Einflüsse des Londoners sind.
In kleinen Serien konfrontiert er Spieleklassiker mit der Realität oder, besonders gelungen, mit der Kunstwelt. Minimalistisch aber effektiv sind auch seine Pixel-Postkarten. Das nächste Level holt er sich spielerisch mit der Handheld-Holzschnitzerei “Double Discount“, sowie dem Druck “Player 2 Has Entered The Game” für die “Crazy 4 Cult”-Ausstellung der New Yorker Gallery 1988. Gewitzte MashUps und liebevolle Pixel-Kleinstarbeit sind der Kern von Lewis’ Designs.
Gerade ist sein Bildband “Toy Confidential” erschienen, das seine Serie “Toy Stories” zusammenfasst, worin er zwar gänzlich unpixelig, aber nicht weniger retro Comic-Strips aus altem Spielzeug zaubert. Have a look!

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The Satellite liest: The Creators Project Blog

30. September 2012 · Comments Off on The Satellite liest: The Creators Project Blog

Eigentlich wollte ich bloß den Artikel zu William Betts unglaublicher Pixel-Malerei reposten, auf den ich zufälligerweise gestoßen war. Stattdessen verlor ich mich in der atemberaubenden Menge interessanter & relevanter Posts zu Digitalkultur und Kunst im Blog-Archiv von The Creators Project. Als diese Plattform 2010 eröffnet wurde, war ich nicht sonderlich begeistert, fürchtete ich doch einen Qualitätseinbruch der Vice-Reportagen. Aber die Verantwortlichen von Vice Media haben wieder einmal das richtige Gespür bewiesen und ihr in 34 Ländern aktives Imperium aus Magazin, Fernsehsender, Label, Videoproduktionsfirma, Eventagentur und Verlag um ein internationales Künstlernetzwerk erweitert, das an der Schnittstelle von Technologie, Kunst und Digital Life operiert. Neben einem beeindruckenden Roaster an Künstlern und Projekten gibt es natürlich auch ein Blog, das überquillt von Kreativität.

Sonst hätte ich wohl nie von Daniel Temkins betrunkenen ELIZA Chatbot erfahren, von der wohl heftigsten Autowerbung EVER, realisiert durch das Kollektiv Jonpasang, von Julius von Bismarcks geairbrusheten Rainbow Pigeons, dem TRAME-Projekt von TIND oder der neuen Performance von Chris Cunningham. Spannend sind auch die Lichtarbeiten von Ian Burns, Makoto Tojiki oder dem Future Cities Lab. Die Rubrik LAYERS zerlegt Songs in ihre einzelnen Sample-Schichten und erkundet deren Ursprung.

Absolut mindblowing ist auch Bad Trip von Kwan Alan, der seit 2011 alle Erlebnisse seines Lebens aufzeichnet und diese in einem begehbaren Videospiel erfahrbar macht:

Der Blog von Creators Project ist ein MUSTSEE, ein COMEAGAIN, ein STAYFORALONGTIME. Großartig!

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@ Music Hack Day Edinburgh, Launch Party // 24.08.2012

31. August 2012 · Comments Off on @ Music Hack Day Edinburgh, Launch Party // 24.08.2012

Come build the future of music!

Music Hack Days werden alle 1-3 Monate weltweit ausgetragen und bieten musikbegeisterten Nerds eine Möglichkeit, Ideen zu neuen Umgangsformen mit Musiktechnologie umzusetzen. Der Hauptteil des Days widmet sich der Entwicklung und Realisierung musikalischer Hardware und Software, also Hacks von bestehenden Instrumenten oder digitalen Equipments. Das Ganze geschieht innerhalb von 24 Stunden ohne Schlaf und nach allen Regeln des Nerd-Klischees – am Ende werden die Projekte präsentiert und den kreativsten Köpfen Preise verliehen. Ein Resultat des Music Hack Day 2011 in New York ist zum Beispiel die Programmierung einer App für Wunschtitel: Eine kurze Textmessage an den Online-Server von DJtxt und schon wird das gewünschte Lied über Grooveshark in die Stream-Playlist eingereiht. So spielt der DJ auf jeden Fall deinen Track und dürfte damit bei launischen Party-Gästen ziemlich beliebt sein.

Am 24.-25. August 2012 fand der Music Hack Day in Edinburgh statt. Im Gegensatz zu den letzten Days gab es diesmal ein Rahmenprogramm, denn parallel war die Festivalzeit in Edinburgh in vollem Gange (International, Fringe, Turing und Art Festival). Auf der Launch Party präsentierten britische Künstler ihre außergewöhnlichen Projekte, um die anwesenden Nerds auf die kommenden 24 Stunden einzustimmen. Am Ende der vier Beiträge wurde von niemand geringerem als Matthew Herbert ein Resumée gezogen.

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Die Launch Party startete mit einem Beitrag von Yann Seznec. Ihn und sein Instrument, die Sty Harp, konnte man bereits auf der Live-Tour zu Matthew Herberts One Pig-Album bestaunen. Dabei handelt es sich um eine Konstruktion aus Gametraks, die sich wie ein Saiteninstrument spielen lassen und in Verbindung mit Ableton zum Spielen und Verändern von Samples umfunktioniert wurden. Demonstriert hat er sein Instrument mit einer 4-saitigen Konstruktion und den aufgenommenen Schweinelauten von Matthew Herbert.

Yann Seznec: „In terms of the Sty Harp, the instrument is built using hacked Gametraks, which were a failed proto-motion controller from around 2003. They were sold only in the UK, and worked by using two joysticks with strings attached that you clipped onto your hands. These could then sense the distance and vague location of your hands …a few terrible games were released on PS2, Xbox, and PC for the Gametrak before they were pulled from the market. [1]

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Die schottische Band Found, auch als Kunstkollektiv Found betitelt, stellte ihre selbstgebastelten, automatisierten Instrumente vor, die ihre Klänge in Interaktion mit ihrer Umwelt produzieren. Ihr erstes öffentliches Werk Three Pieces wurde im Glashaus des Botanischen Gartens von Edinburgh installiert. Hierbei handelt es sich um ein traditionelles chinesisches Instrument, dessen Saiten sich durch Bambusstöckchen in Schwingung versetzen lassen. Prinzipiell wird eine Melodie gespielt. Diese ist jedoch variabel. Fast unglaublich, welche Parameter die Erfinder eingesetzt haben, denn die Melodie verändert sich mit der Feuchtigkeit des Bodens und der Raumtemperatur. Die letztere wird beeinflusst von den anwesenden, lebenden Objekten. Befinden sich also mehr Menschen in dem Glashaus, verändert sich die Melodie des Instruments entsprechend.

Auf Basis solcher Parameter wurde die zweite Maschine entworfen namens Cybraphon. Die Hauptmotivation für dieses Projekt war, wie die Gruppe Found selbst erzählte, das Aufkommen der Myspace-Bandseiten. Der damit verbundene Drang nach „Freunden“ und somit virtueller Aufmerksamkeit wurde mit Cybraphon akustisch dargestellt. Das Gerät selbst ähnelt einer großen Standharmonika. Auch hier ist es wieder die Melodie, die sich mit Abhängigkeit verändern lässt. Das Instrument umspannt eine „Stimmungsskala“ von Depression (negativ) bis Delirium (positiv). Diese Skala wird nur dadurch gesteuert, welche digitale Aufmerksamkeit das Instrument genießt. Beinhaltet ein Tweet bei Twitter das Wort #cybraphon wird das quantitativ erfasst. Je mehr über das Instrument gesprochen wird, desto positiver wird es sich „fühlen“; desto mehr Dur-Töne sind in der Melodie zu erkennen. Nehmen die Einträge über das Gerät ab, so sinkt auch dessen Stimmung und Moll-Klänge bestimmen die gespielten Lieder. Aus einer Zuschauerfrage resultierend erfuhr man von folgender Panne: Twitter hatte einen Server-Zusammenbruch gehabt. Nachdem die Server wieder liefen, registrierte das Cybraphon alle bisherigen Einträge und verfiel in ein positives Delirium. Da die Rate der neuen Einträge allerdings wie vor dem Serverabsturz blieb, nahm das Cybraphon an, dass das Interesse schlagartig nachgelassen hätte und hing in einer schrecklichen Depression fest, die nur durch einen Neustart behoben werden konnte.

Das jüngste Projekt der Band – #unravel – erklärt sie am besten selbst:

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Der italo-schottische Künstler Marco Donnarumma nutzte die erste Hälfte seiner Redezeit für eine Live-Performance mit seiner, wie er später betonte, kostengünstigen musiktechnologischen Idee, dem Xth Sense (für umgerechnet etwa 15 Euro). Bei seiner Musik bedient er sich der Bewegung des Körpers anstelle von instrumentellen Inputs. Mithilfe von biosensorischen Mikrofonen, die er mit Klettmanschetten an den Ober- oder Unterarmen befestigt, werden an den Verstärker die Kontraktionen und Relaxationen des Muskels impulsiv weitergeleitet. Sprich, man tanzt nicht zur Musik, sondern man tanzt Musik. Auditiv entsteht eine experimentale Glitch-Kulisse. Eine Kostprobe gibt es hier:

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Patrick Bergel ist Erfinder und Hauptentwickler von Chirp. Malerisch erzählte er wie er eines Tages aufwachte, wieder mal von Vogelgezwitscher, da erschloss sich ihm der Sinn des Vogelgesangs: Die Übertragung von Daten (von einem Vogel ausgehend). Wieso also nicht die Datenübertragung von Smartphones, die Lautsprecher und Mikrofone besitzen, per Vogelgezwitscher? Einfach einen Text, ein Bild, ein Video oder ähnliche Informationen auswählen und die App zwitschert fröhlich drauf los. Jedes Smartphone in hörbarer Reichweite, das die App benutzt, hört den Chirp und setzt ihn um in die gesendete Grafik oder den Text. Matthew Herberts Smartphone zwitscherte und Patrick zeigte uns das empfangene Photo einer grüßenden Hand. Die Qualität der Chirps und ihre Aufnahme durch ein anderes Gerät sind aufgrund ihrer einzigartigen Frequenz leistungsstark, selbst in Bus und Bahn. Aber es gilt die Regel: die App hört das Zwitschern, wenn du es hörst. Wird es bald auch in Cafés Vogelgesänge geben und nicht nur im Wald?

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“Ich kann das immer nicht so gut, herumstehen und hin und her wackeln beim Sprechen.” sagte Matthew Herbert erklärend und setzte sich auf einen wackeligen Hocker. Der herausragende Electronic-Künstler holte weit aus und erzählte, wie er damals mit 16 Jahren seinen ersten Synthesizer samt Floppy-Disk des Smash-Hits “Everybody Dance Now!” gekauft hatte. Dies sei ein krasser Unterschied zur heutigen Zeit, in der man sich zig-tausende Samples und Klänge als Packages herunterladen und arrangieren kann und nicht mühevoll auf zwei Spuren die selbstgeschaffenen Töne zu einer Melodie formen muss. Die neue Technik führte leider zu einer unendlichen Masse an Liedern, wobei Matthew Herbert klarstellte, dass auch unter diesen qualitativ hochwertige zu finden sind. Wobei viele noch nicht einmal gehört wurden (über 50 % der iTunes-Datenbank ist ungehört!).
Jeder macht etwas anderes aus Musik, verbunden mit den ganz individuellen Emotionen und Erinnerungen. Matthew Herbert selbst fühlte sich bei One Pig sehr bewegt, als er Geräusche derselben Lunge verwendete, die er von ihrem ersten Atemzug bis zum Metzger recordete. Doch scheut er sich nur auf Raten Anderer davor, seine Aufnahmen des terroristischen Anschlags vom 11. September 2001 zu einem immer wieder hörbaren Alptraum werden zu lassen.

Komm, baue die Zukunft der Musik! Die herausragenden Innovationen der Künstler haben gezeigt, wie es geht. Doch ist es für und die Musik ebenso lebenswichtig, gehört zu werden!

Comments Off on @ Music Hack Day Edinburgh, Launch Party // 24.08.2012Tags: @// · Code · Digitalkultur · Edinburgh · Geek · Homebrew · Kunst · Medienkunst · Musik · Raum · Rubriken · Technologie

Machen historische Artikel Diskussionen über den Triumph neuer Medien obsolet?

27. August 2012 · Comments Off on Machen historische Artikel Diskussionen über den Triumph neuer Medien obsolet?

Und ewig grüßt das diskursive Murmeltier…

Der Bibliothekar Darien hat in seinem tumblr-Blog Darien Library dieses herrliche Bild veröffentlicht, das einen Artikel des Library Journals vom 1. Oktober 1950 (!) zeigt, worin die Frage gestellt wird, die seit den letzten zehn Jahren durch viele Blog- und Zeitungsartikel geistert. Wer hätte gedacht, dass sie schon über 60 Jahre alt ist? Wir können uns also zurücklehnen und die Ausdifferenzierung der einzelnen Medien in Ruhe verfolgen. Ein Kondolenzschreiben wird sobald wohl nicht nötig sein…

Library Journal

While interning at the American Library in Paris a few summers ago, I came across this issue of Library Journal from 1950. This is sweet, beautiful proof that we’ve been worried about new media making reading obsolete for oh…ever.

via|Darien Library

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