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Light Writing. Unbuffable Real-Time Graffiti

Mai 29th, 2009 · Keine Kommentare

Lichtfaktor taggen die Nächte mit torches und long time exposure…

Das Kollektiv “Lichtfaktor” aus Köln macht sich neue Techniken zu nutze um die Nächte der Städte mit grellen Graffitis zu illuminieren. Jeder Platz, jede Straße und jede Mauer kann genutzt werden – der gesamte Raum der Stadt. Die pieces jedoch können nicht gebufft werden, denn sie sind nicht materiell. Die VJs und Technik-Freaks der Gruppe malen nämlich mit LED-, Xenon- und Kaltkathoden-Lampen, egal ob Taschenlampen oder Fahrradlichter und halten das Malen mit Langzeitbelichtung fest. Die Entwicklung starker Leuchtquellen und die neuen Möglichkeiten der Digitalfotografie machen so eine völlig andere Graffiti-Kunst möglich, die in Anbetracht der immer stärkeren Videoüberwachung von Städten und dem Mangel an freien Wänden dringend notwendig war. Es unglaublich, was für gigantische Werke entstehen können: Weirdo-Wesen die um die Ecke luken, fantastische Geister-Sphären die aus Mündern entfleuchen und effektgeladene Spektralexplosionen “passieren” mitten auf der Straße. Die Optik ist durch die starke Konstrastierung, die Leuchtkraft des “Gemäldes” und der Surrealität einmalig.

Dieses Konzept scheint mir ein ganz besonderer Ausdruck der neuen Technologie der Digitalfotografie zu sein. Das eigentliche Kunstwerk in diesem Fall ist doch wohl das digitale Bild, das Spuren von Handlungen innerhalb von 30 Sekunden in sich trägt und diese zu einem Werk zusammenfasst, das niemals da war. Ganz automatisch drängen sich hier neue Überlegungen zur Aura des Kunstwerks auf. Interessant wird wohl auch die Beschreibung in Museen:”light on night, time and space” anstatt “oil on canvas”…

Lichtfaktor entwickelt neben den Motiven und Choreographien auch neue Technologien um ihr Light-Writing zu erweitern. Der neueste Clou ist der Light-Printer von Jens Heinen. Auf der open source platform Arduino programmierte er ein Tool, mit dem man Wörter, Pattern und Logos über Licht auf die Nacht “drucken” kann. Die Intensität und Schnelligkeit der 40 LEDs auf dem Printer können über die Software lightwriter 2.0 reguliert werden. Ich bin höchst gespannt auf das, was kommen wird und hoffe möglichst bald Lichtfaktor “live” zu erleben! Leute, schnappt euch eure Digicams und Taschenlampen und get on the run.

Tags: Digitalfotografie · Digitalkunst · Lichtkunst · Street Art · Technologie · Urbanität

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