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temporary.cc

December 11th, 2009 by L'auteur · Keine Kommentare

Die Frage der Einmaligkeit im Netz…

Hinter der Webadresse temporary.cc verbirgt sich eine Selbstzerstörungs-Homepage, programmiert vom Medienkünstler Zach Gage, die derart gecoded ist, dass mit jedem Besucher ein Teil des Codes entfernt wird. So erhält jeder Besucher ein einzigartiges Bild dieser Seite, die darüber hinaus weder von Crawlern noch von der Way-Back-Machine gecached werden kann. Wenn sich der Code völlig selbstzerstört hat, bleibt nichts außer den Erinnerungen der Personen, die tatsächlich eine Phase des Werks gesehen haben. Was wie eine Antwort auf die Frage der Einmaligkeit im Internet – zwischen “search-engine caching, cloud-hosting, re-blogging, plagiarizing, and the way-back machine”[1], also dem “infinite shelf-life” von Information – oder auf die Frage der Möglichkeit auratischer Netzkunst aussieht, verwandelt sich durch die Verfügbarkeit des nachfolgenden Videos (unbewusst?) in ein Fallbeispiel zur Frage: Was ist Kunst überhaupt? Kann es Kunst geben, die sich selbst auslöscht und aus dem Diskurs verschwindet? Muss ein Kunstwerk rezipiert werden um Kunst zu sein? Oder warum war dieses Video notwendig? Oder ist es das gar nicht gewesen? Wahnsinnig spannend, ebenso wie einige andere Arbeiten des Künstlers. Ich habe übrigens neben dem Code noch einen ca. 200 Pixel breiten, 20 Pixel hohen, roten Streifen gesehen. :)

via|nerdcore

Tags: Digitalkultur · Digitalkunst · Kunst · Medienkunst · User